E-Scooter im Test

Das elektrische Trottinett lässt sich wunderbar für die sogenannte „letzte Meile“ einsetzen und prägt zunehmend unser Strassenbild. Marken und Modelle vermehren sich auf dem Markt – bei manchmal grossen Unterschieden hinsichtlich Bedienungssicherheit und Fahrkomfort. Zusammen mit den Konsumentenschutz-magazinen Kassensturz und A Bon Entendeur hat der TCS sieben Modelle auf ihre Sicherheit und technischen Eigenschaften (Geschwindigkeit, Reichweite usw.) sowie Ergonomie und Qualität geprüft.

17. April 2019

Innerhalb von nur wenigen Monaten ist die Modellpalette der in der Schweiz erhältlichen Elektro-Trottinetts beachtlich gewachsen. Das strombetriebene Trottinett ist ein ideales Fortbewegungs-mittel für Kurzstrecken. Pendlern bietet es sich durch seine kompakte Form als praktische Ergänzungslösung zur ÖV-Nutzung an: mit dem Trotti von daheim bis zum Bahnhof, in den Zug und dann wieder das Trotti bis zum Arbeitsplatz. Eine interessante Alternative zum E-Bike also. Zudem sind die Anforderungen an den Lenker oder die Lenkerin minimal (auch körperlich), womit sozusagen jede und jeder damit fahren kann. Der TCS hat deshalb zusammen mit dem Kassensturz und A Bon Entendeur sieben zum Kauf angebotene E-Trottinetts genauer unter die Lupe genommen.  

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Grosse Unterschiede

Die einzelnen Modelle weichen in Bezug auf Verarbeitungsqualität, Ladezeit, Reichweite, Leistungsstärke, Lenkvermögen und Ergonomie stark voneinander ab. So bietet das Modell mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis, das Streetmotion Tech 2, zwar Lenkkomfort und eine kurze Ladezeit, besitzt aber verglichen mit den übrigen Test-Trottinetts die geringste Reichweite. Sein Akku reicht gerade einmal für 8.4 km. Der E-Twow Booster S+ hingegen schafft 27 km. Beim Bremsverhalten erzielt das Modell Micro Condor X3 das beste Resultat. Es kommt nach der Notbremsung bei 15 km/h nach 2.23 Metern zum Stillstand, während das Fahrzeug mit der längsten Reaktionszeit, das Soflow Flowboard pop, zusätzliche 1.04 Meter braucht. Dieses vermag dann auch die 12%-Steigung nicht ohne Trittkraft des Lenkers zu meistern. Dank seiner Bereifung und Federung lässt sich das Modell V-Max R20 am leichtesten steuern und weist zugleich den höchsten Fahrkomfort auf hartem und weichem Untergrund auf. Mit 17 km/h ist es allerdings auch eines der langsamstem Test-Trottinetts. Die funktionale Bestnote (Leistungsstärke, Ladekomfort, Ausrüstung) erhält das Ninebot ES1 von Segway. Seine Reichweite ist mit 14.5 km aber eher bescheiden. Am schlechtesten abgeschnitten im Test hat der Scooter Razor E200: er ist nicht faltbar und untauglich für Personen mit über 70 Kilo Körpergewicht. Zudem fehlt ihm das für die Nutzung auf öffentlicher Strasse obligatorische Licht.  

Kaufkriterien

Vor dem Kauf eines elektrischen Trottinetts sollte man sich fragen, wie oft und unter welchen Umständen es genutzt werden soll. Ein zentraler Faktor ist das Gewicht. Muss das Fahrzeug oft getragen werden, etwa bei gleichzeitiger ÖV-Nutzung, ist ein leichtes, faltbares Modell vorteilhaft. Die Batterie ist ein weiteres Kriterium. E-Scooter haben eine Leistungsstärke zwischen 150 und 500 Watt. Geht es oft bergauf, ist ein stärkerer Motor besser. Betragen Hin- und Rückfahrt zusammen mehr als 15 Kilometer, sollte auch die Reichweite geprüft werden.  

Gesetzliche Vorschriften

Viele elektrische Trottinetts werden ausserhalb Europas hergestellt und können online bestellt werden. Da heisst es Augen auf und prüfen, ob das Fahrzeug normgerecht und für die Strasse zugelassen ist. Nicht fehlen dürfen Vorder- und Rückbremse, Warnton sowie Vorder- und Rücklicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h, die maximale Motorleistung 0.5 kW. E-Roller fahren darf, wer mindestens 14 Jahre alt ist und den M-Fahrausweis besitzt; ab 16 braucht es dann keinen Ausweis mehr. Im Strassenverkehr sind E-Trottinetts dem Velo gleichgestellt: wo vorhanden, müssen also Velostreifen oder -weg benutzt werden. Obschon das Helmtragen nicht vorgeschrieben ist, empfiehlt es sich sehr, den Kopf zu schützen.  

Das empfiehlt der TCS

Berücksichtigungen vor dem Kauf 

  • Ladezeitdauer zwischen Hin- und Rückweg
  • Reichweite
  • Nutzlasthöhe
  • Achtung: einige Modelle erfüllen nicht die hiesigen Zulassungsbedingungen für Vorder-/Rücklicht und Geschwindigkeit
  • Gewicht
  • Handlichkeit: faltbar oder nicht?

 Im Einsatz

  • Gebrauchsanweisung zuvor genau lesen
  • Vor dem Einsatz im Strassenverkehr auf Privatgrundstück erproben
  • Prüfen, ob die Haftpflichtversicherung diesen Fahrzeugtyp deckt
  • Kopf schützen – Helm tragen
  • Verkehrsregeln beachten und Verhalten den Umständen anpassen
  • Vorsicht bei nasser Strasse, Tramschienen, Pflastersteinen
  • Bei Dunkelheit nie ohne Licht fahren
  • Bei schlechtem Wetter, morgens, abends und nachts für gute Sichtbarkeit sorgen mit reflektierender Kleidung und leuchtenden Accessoires
Lukas Reinhardt
Lukas Reinhardt
Telefon +41 58 827 34 44
Telefon +41 58 827 34 03
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