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Leitungswasser im Ausland trinken: Das sind die Risiken.

Dr. Danielle Doris Gyurech, Spezialistin für Reisemedizin, erklärt, wie man die Wasserqualität im Ausland beurteilt und sich effektiv schützt. Risiken erkennen und sicher reisen.

Viele Reisende stehen vor der Frage: Kann ich das Leitungswasser im Urlaubsland bedenkenlos trinken – oder riskiere ich eine Magen-Darm-Erkrankung? 

Reisemedizinerin an der Travel Clinic in Zürich Dr. Danielle Doris Gyurech erklärt, worauf es ankommt, wo besondere Vorsicht geboten ist und wie man sich unterwegs am besten schützt.

Leitungswasser ist nirgendwo « von Natur aus » trinkbar

Frau Gyurech, warum ist es nicht immer sicher, Leitungswasser in anderen Ländern zu trinken?

Leitungswasser ist nirgendwo auf der Welt « von Natur aus » trinkbar – auch nicht in der Schweiz. Es muss immer aufbereitet werden, damit es hygienisch einwandfrei ist. In der Schweiz profitieren wir von einer hervorragenden Infrastruktur und einer reichen Wasserquelle aus den Alpen – das ist ein Luxus, den viele Länder nicht haben. Entscheidend ist also nicht das Land selbst, sondern wie gut die Wasseraufbereitung funktioniert.

Trinkwasser hängt von Infrastruktur und Wirtschaft ab

Welche Länder haben besonders sauberes Leitungswasser, und welche sollte man meiden?

Die Wasserqualität hängt weniger von der Nationalität als von der Infrastruktur und dem ökonomischen Hintergrund eines Landes ab. Je ärmer ein Land, desto schwieriger ist es, sauberes Leitungswasser bereitzustellen.

In vielen Industrieländern – etwa in den USA – wird das Wasser stark chloriert. Das tötet zwar Keime zuverlässig ab, führt aber zu einem unangenehmen Geschmack. Doch auch in wohlhabenden Regionen kann es zu Problemen kommen: In Grossstädten wie Sydney gab es schon Fälle, in denen das Leitungswasser kurzfristig kontaminiert war.

Eau du robinet
 

Wasser vor Ort bewerten: Die Rolle des gesunden Menschenverstands

Wie kann man sicherstellen, dass Leitungswasser vor Ort trinkbar ist?

Reisende sollten die Situation individuell beurteilen – der gesunde Menschenverstand ist ein guter Ratgeber. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu abgefülltem Trinkwasser oder bezieht Wasser aus grossen, geprüften Wasserspendern.

In Ländern mit funktionierendem Recycling-System ist das meist auch ökologisch vertretbar. In ärmeren Regionen hingegen kann der Konsum von Einwegflaschen ein erhebliches Müllproblem verschärfen – hier lohnt sich der Einsatz eines kleinen Reise-Filtersystems.

Wasser auf Reisen filtern

Welche Alternativen gibt es, wenn man kein abgefülltes Wasser kaufen möchte?

Reisewasserfilter sind eine hervorragende Alternative – sie gibt es seit Jahrzehnten, und die Technologie hat sich stark weiterentwickelt. Ich empfehle grundsätzlich, aus gesundheitlichen und Umweltgründen einen solchen Filter mitzunehmen. Wichtig ist, auf die Qualität zu achten: Nur Filter mit Membran-Technologie, die auch Mikroorganismen entfernt, bietet echten Schutz.

Je nach Region unterschiedliche Wasserqualität

Warum gibt es Unterschiede in der Wasserqualität, selbst innerhalb eines Landes oder einer Region?

Das hängt mit der lokalen Infrastruktur zusammen – etwa der Wasserquelle, den Rohrsystemen oder der Art der Aufbereitung. Selbst innerhalb eines Landes kann die Wasserqualität je nach Region stark schwanken.

Die Risiken von unsauberem Wasser

Welche gesundheitlichen Risiken gibt es beim Trinken von unsicherem Leitungswasser?

Bakterien, Viren und Parasiten gelangen oft über fäkale Verunreinigungen in unsauberes Wasser. Diese Erreger führen häufig zu Magen-Darm-Infekten. Typische Symptome sind Durchfall, Erbrechen oder Bauchkrämpfe.

Das Aussehen garantiert nicht die Trinkbarkeit

Was sind die Anzeichen einer Wasserkontamination?

Oft sind sie nicht sichtbar. Eine mikrobiologische Analyse wäre nötig, um sicherzugehen. Nur bei starker Verunreinigung erkennt man es an Trübung, Geruch oder Verfärbung des Wassers. Man sollte sich aber niemals allein auf den optischen Eindruck verlassen. 

Wasser sicher machen: Abkochen, Filter und chemische Desinfektionsmittel

Gibt es einfache Methoden, um Leitungswasser unterwegs zu filtern oder abzukochen?

Ja. Neben tragbaren Filtern kann man Wasser abkochen – etwa drei Minuten sprudelnd, um Keime zuverlässig abzutöten. Für unterwegs empfehle ich Membranfilter oder chemische Desinfektionsmittel auf Chlorbasis. Ich vermeide Produktempfehlungen, aber wichtig ist: Nur geprüfte Systeme garantieren echte Keimfreiheit.

Tragbare Filter: unverzichtbar auf Reisen

Welche Rolle spielen Wasseraufbereitungstabletten oder tragbare Wasserfilter auf Reisen?

Eine sehr grosse. Ich halte tragbare Wasserfilter für einen festen Bestandteil jeder Reiseausrüstung – vor allem in Regionen mit unsicherer Wasserqualität. Sie sind leicht, effektiv und reduzieren Plastikmüll. Wenn man schlechtes Wasser mit Chemie behandelt, wird es nur noch ungeniessbarer.

Verzehr von kontaminiertem Wasser: Was tun?

Was sollte man tun, wenn Symptome nach dem Konsum von verunreinigtem Wasser auftreten?

Am besten ist es, sich bereits vor der Reise mit dem Thema zu befassen und riskante Situationen zu vermeiden – also kein Leitungswasser trinken, fürs Zähne- und Linsenputzen benutzen, Früchte damit waschen oder beim Duschen in unsicheren Ländern Wasser in Mund und Augen gelangen lassen.

Trotz aller Vorsicht kann es in Ländern mit schlechter Hygiene zu Reisedurchfall kommen. In der reisemedizinischen Beratung besprechen wir mögliche Schluckimpfungen zur Vorbeugung und empfehlen, eine kleine Reiseapotheke mitzunehmen. Darin kann – nach ärztlicher Beratung – auch ein Notfallantibiotikum enthalten sein, um im Ernstfall rasch reagieren zu können.

Fazit

Leitungswasser ist nicht überall gleich sicher. Wer reist, sollte sich vorab informieren, auf sein Bauchgefühl hören – und lieber einmal zu viel als zu wenig vorsorgen. Mit einem guten Wasserfilter und etwas Bewusstsein für die lokale Situation bleibt das Risiko minimal – und die Reise unbeschwert.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

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