28.11.2019

Die Zukunft der Mobilität laut Jürg Wittwer

An der Mobilitätsarena stellt TCS-Generaldirektor Jürg Wittwer fünf teilweise provokante Thesen vor, auf was wir uns gefasst machen müssen.

28. November 2019

Fünf Thesen zum Wandel der Mobilität

An der Schweizer Mobilitätsarena, dem ersten Kongress rund um die Mobilität der Zukunft, der in diesem Jahr in Bern stattfand, unterstreicht der TCS-Generaldirektor die grossen Veränderungen in der Mobilität, die uns alle in naher Zukunft herausfordern werden.

Dazu präsentiert Jürg Wittwer fünf teilweise provokante Thesen:

1.

Die Elektromobilität kommt – viel schneller, als wir erwarten.

Damit stützt sich Jürg Wittwer auf die jüngsten Statistiken der weltweiten Verkäufe von Elektroautos sowie der Kosten für die Batterien. «Die Verkäufe steigen von Jahr zu Jahr exponentiell, und die Preise für eine Batterie pro kWh fallen rasant. Wenn etwas exponentiell steigt und die Kosten immer weniger werden, ist es nicht mehr aufzuhalten, und wir werden eines Tages feststellen, dass wir regelrecht überrannt wurden.»

2.

Die Elektromobilität verändert die Fahrgeräte – viel tiefgreifender, als wir erwarten.

So sei es zum Beispiel auch mit dem Smartphone gewesen: «Als wir die ersten Mobiltelefone in der Hand hielten, hatten wir keine Ahnung, wie sich das Gerät entwickeln wird. So ist es auch mit den Fahrgeräten. Ob auf einem Rad, auf zwei, drei oder vier Rädern – sie können sich zu etwas entwickeln, wovon wir heute noch nicht einmal träumen.»

3.

Die Flottenmanager sind die zukünftigen «Kings of the Roads» – viel schneller, als wir erwarten.

Die Fusion von Drive Now und Car2Go zu Share Now sei ein Beispiel und ein Indiz dafür, dass die geteilte Mobilität weit mehr als nur ein Zweig des Verkehrs sein wird. «Sharing Economy ist ein Megatrend, und die grossen Flottenmanager werden den Verkehr der Zukunft massgeblich prägen», so der TCS-Generaldirektor.

4.

Die Mobilitätsplattformen sind die Cashcows der Zukunft – viel mächtiger, als wir erwarten.

«Das Smartphone beziehungsweise die Apps sind heute schon die Eintrittskarte zu fast allem», sagt Jürg Wittwer. Aber: Unter den Hunderttausenden von Apps würden sich nur wenige durchsetzen – wer wolle denn schon fünf Mobilitäts-Apps, wenn es eine für alles gibt? «Diejenigen, die es schaffen, die Multimodalität abzudecken und sich zu etablieren, werden gross absahnen. The winner takes it all. Wer wird zu Google, Amazon oder Facebook der Mobilität?»

5.

Die Mobilität wird vertikal – viel einfacher, als wir erwarten.

Mit der letzten These geht Jürg Wittwer im wahrsten Sinne in die Luft: «Wir sind nicht mehr weit entfernt vom Traum des fliegenden Autos. Viele von uns treten der ‹Urban Air Mobility› noch skeptisch gegenüber, aber wenn man bedenkt, dass zum Beispiel mit Black Fly schon nächstes Jahr eine serienproduzierte Personendrohne auf den Markt kommt, sollten wir die vertikale Mobilität auf jeden Fall in unsere Überlegungen miteinbeziehen.»

Text Dominic Graf | Fotos Emanuel Freudiger

Jürg Wittwer
Jürg Wittwer, TCS-Generaldirektor
 
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