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10.06.2020

Eine Mobilitätstrouvaille nach der anderen

Das Verkehrshaus der Schweiz präsentiert in Luzern nur einen kleinen Teil seiner Sammlung.
10. Juni 2020

Im Aussenlager hat das Museum gegen 9000 Fahrzeuge aller Art deponiert.

Niemand würde vermuten, was für ein Mobilitätsschatz in einem alten Zeughaus bei der Luzerner Gemeinde Rain verborgen ist. Ein Blick durch den Gitterzaun lässt erahnen, was sich in den zwei grossen Gebäuden und unter den Abdeckplanen verbirgt. Durch das grosse Tor betritt Daniel Geissmann das 50 000 Quadratmeter grosse Aussenlager des Verkehrshauses der Schweiz.

Keine Sammler

Als Leiter Ausstellungen und Sammlungen kennt er sich hier aus. Was bestimmt nicht ganz einfach ist angesichts der bis zu 9000 Ausstellungsobjekte. In Rain sind vom uralten Trottinett über edle Autos bis zu Lokomotiven alle möglichen und unmöglichen Zeugen der Mobilitätsgeschichte deponiert. Sie warten alle darauf, einmal im Verkehrshaus von den Besuchern bestaunt zu werden. Rund zweimal die Woche schaut Geissmann vorbei. Der gelernte Informatiker arbeitet seit zehn Jahren beim Verkehrshaus, das jährlich gegen 900 000 Besucher anzieht. Nebst seinen Kontrollgängen kommt er hierher, um neue Objekte in Empfang zu nehmen und zu beurteilen. Bevor aber ein Objekt parkiert werden kann, müssen alle Formalitäten geregelt werden. Dann beurteilt Geissmann den Zustand des Objekts und definiert, wie es konserviert werden kann. «Wir können kleine Unterhaltsarbeiten machen, doch sind wir keine ausgereifte Werkstatt, die Motoren auseinanderbaut oder grössere Restaurationen vornimmt», sagt der Ausstellungsleiter. Manchmal müsse auch restauriert werden, was externe Partner erledigen. Übrigens besitze das Museum gegen 20 fahrfähige Autos, die regelmässig ausgefahren oder für Aussenauftritte des Verkehrshauses benutzt werden. Er betont, dass er nicht aktiv nach Objekten Ausschau halte. Es sei nicht Ziel, von einer Marke eine komplette Sammlung zu haben. Schön sei, wenn sie Objekte erhalten würden, die eine Rolle in der Schweizer Mobilität gespielt hätten. «In der Halle Strassenverkehr mit gegen 80 Fahrzeugen wollen wir Geschichten erzählen», so der Ausstellungsleiter.

Alles geschenkt

Hispano-Suiza
Daniel Geissmann mit dem Hispano-Suiza

Es kommen keine Objekte  weder ins Lager noch ins Ver kehrshaus, die keinen Bezug zur Schweiz haben. «Auch kaufen wir nichts, sondern es sind immer Schenkungen», betont Geissmann. Insbesondere die Ausstellungsrelevanz sei ein Hauptkriterium. So ist beispielsweise eines von Geissmanns Lieblingsobjekten, ein kohlenrabenschwarzer Hispano-Suiza, in die Sammlung gelangt. Eine Schweizer Limousine, die für den spanischen König hergestellt wurde. Der Besitzer habe in seinem Testament verfügt, dass das Auto ins Verkehrshaus komme. Als Glücksfall bezeichnet Geissmann die Autos des Schweizer Herstellers Monteverdi. Er ist auch stolz darauf, das Nullserie - Fahrzeug von Microlino im Lager zu haben. Denn es gehe auch darum, die Zukunftsmobilität wie etwa E-Autos abzubilden. Die Vielfalt der Fahrzeuge im Aussenlager ist überwältigend. Und irgendwo steckt unter einer Plane eines für Daniel Geissmann sehr wertvolles Objekt: ein Alfa Romeo 8C mit der Chassisnummer 1.

Text und Foto: Felix Maurhofer

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