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02.10.2020

Gar nicht so ätzend, der Schulanfang 2020!

Zum Schulanfang hat der Comiczeichner Zep seine Figur Titeuf in den Dienst der TCS Verkehrssicherheit gestellt.
02. Oktober 2020

Acht Hauptbotschaften vermittelt der berühmte Bengel mit dem rebellischen Haarschopf. Zufrieden über die «schöne Heraus forderung» schliesst der Genfer eine weitere Zusammenarbeit mit dem Club nicht aus.

Zwei Comicbände in Arbeit, Aufträge für Gesundheitskampagnen zwischen Genf, Paris und Brüssel: Der von der Pandemie diktierte Teil- Lockdown war für Philippe Chappuis alias Zep eine aktive Zeit. Zum Schulanfang ist er zudem eine Zusammenarbeit mit dem TCS eingegangen: Titeuf begleitet dieses Jahr acht Präventionsbotschaften auf einem Poster, einem didaktischen Hilfsmittel für alle vom Club unterstützten Akteure der Ver kehrssicherheit. Das Plakat wird ab Beginn dieses Schuljahres in den Schweizer Grundschulklassen eingesetzt (siehe Kasten). «Ich mochte das Thema, also habe ich zugesagt. Es war eine schöne Herausforderung, denn Autos zu zeichnen, bereitete mir immer Sorgen», lacht Zep, der keinen Zeitdruck scheut, wenn es darum geht, seinen berühmten «Sprössling» in den Dienst einer guten Sache zu stellen. Und unabhängig von seiner Arbeitsbelastung: «Für den TCS habe ich nachts Zeit gefunden», fährt er lächelnd fort. Rückblick auf eine Pionierleistung im Atelier des Zeichners im Herzen von Genf.

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Titeuf, der Held von «Das Gesetz des Schulhofs», betritt nach fast 30 Lebensjahren die Schweizer Klassenzimmer. Ein Auftritt, der logisch erscheint, aber etwas spät erfolgt …
Nicht wirklich. Titeufs Bände zirkulieren in den Klassenzimmern, und ich erhalte viele Zeichnungen von Schulkindern, die ihn darstellen und mich sehr berühren. Seit Juni 2019 hat Titeuf auf Initiative eines Privaten und der Stadt Carouge sogar seine Bronzestatue im Hof der Jacques-Dalphin-Schule, wo er erschaffen wurde. Ein relativ seltenes Ereignis in der Geschichte der Comics. In der Schweiz kenne ich nur die Corto-Maltese-Statue mit Blick auf den Genfersee im Lavaux-Gebiet. Im Ausland sah ich eine riesige Freske seines Abbilds in einer Schule in Peking, und – noch erstaunlicher – das riesige Porträt eines schwarzen Titeufs in Tansania.
In Sachen Verkehrssicherheit handelt es sich aber um eine Premiere. Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem TCS?
Bestimmt wurde ich auch schon früher angefragt, doch ich kann mich nicht genau daran erinnern: Zwischen 1995 und 2005 erhielt ich nämlich zwei bis drei Angebote täglich, die ich damals aus Zeitmangel nicht alle weiterverfolgen konnte. Das Angebot des TCS wurde mir über eine Bekannte aus Genf vermittelt. Ich fand diese Zusammenarbeit sehr cool. Ich erhielt Texte, die ich völlig frei illustrieren konnte. Alle hatten eine mögliche Verbindung zu Titeufs Welt, sodass ich Geschichten erzählen konnte, die auch in die Bände passen würden.

Zep
«Ich mochte das Thema, also habe ich zugesagt. Es war eine schöne Herausforderung, denn Autos zu zeichnen, bereitete mir immer Sorgen.»
Zep, Zeichner und Drehbuchautor

Titeuf wurde in 25 Sprachen übersetzt und ist in all unseren Landessprachen bekannt. Bereitet seine französisch-genferische Sprache Übersetzern kein Kopfzerbrechen?
Titeuf wurde zuerst auf Holländisch übersetzt, Deutsch folgte. Man sagt, wenn eine Übersetzung vom Französischen ins Deutsche möglich ist, gilt das auch für alle anderen Sprachen. Titeufs Sprache – Französisch – mit der ich gerne spiele, macht die Sache manchmal kompliziert. So verwechselt Titeuf etwa die «règles» der Mädchen (auf Französisch «Monatsregel» wie auch «Lineal») mit dem Winkelmass. Wie bringt man Menschen in einer Sprache zum Lachen, in der biologisches Phänomen und Messinstrument zwei verschiedene Wörter sind? Diese Schwierigkeit kann für Übersetzer ein Albtraum sein und echte Anpassungsarbeit erfordern. Ich habe die englischen und deutschen Übersetzungen im Rahmen meiner Kenntnisse überwacht, aber in Mandarin muss ich passen (lächelt) … Gewöhnlich verlasse ich mich auf den ausländischen Verlag.

Sie sind Vater dreier Kinder, die Sie im städtischen Umfeld grossgezogen haben. Wie wichtig ist Ihnen persönlich die Verkehrssicherheit?
Da wir immer in der Nähe von Schulen wohnten, begleiteten wir unsere Kinder zu Fuss dahin. Später liessen wir ihnen die Wahl, mit dem Velo zu fahren, wobei wir ihnen rieten, Helme zu tragen und keine Musik über Kopfhörer zu hören. Mit nicht immer durchschlagendem Erfolg, aber ohne grosse Dramen (lacht).
Sie sprechen oft den Teil des Kindes an, das Sie selber waren. Welche Erinnerung haben Sie an Ihren eigenen Schulweg?
Eine ziemlich schreckliche. Ich bin in Onex aufgewachsen und hatte das Glück, auf eine neue Schule zu gehen. Doch am Wegrand lauerten ältere Rüpel, die unsere Hefte oder Schokoriegel stahlen. Der Verkehr hingegen war keine Bedrohung: Es gab bloss eine Strasse zu überqueren, und die wurde von einer Verkehrshelferin überwacht. Eine besonders traumatische Erinnerung habe ich aber an den Velofahrkurs. Ich war zehn und war noch nie auf einem Velo gesessen. Bei der Prüfung bin ich gegen die Abschrankung und sogar gegen die Bank der Instruktoren geprallt (lacht). Erst mit zwanzig kaufte ich mein erstes Velo, das ich zum Üben auf einen leeren Parkplatz schob.
Der 17. Band von Titeuf ist für 2021 angekündigt. Denken Sie, dass die für den TCS entwickelten Präventionsthemen darin einfliessen können?
Das Buch ist schon fertig und kommt in der Tat nächstes Jahr heraus. Da die ganze Geschichte in einem Camp mitten in der Natur spielt, wäre eine Berücksichtigung aber sowieso schwierig gewesen. In einem künftigen Band wird jedoch sicherlich etwas davon dabei sein.
Hat diese Zusammenarbeit angesichts Ihres regen redaktionellen Schaffens eine Chance auf Fortsetzung? Warum nicht? Ich finde die Idee gut, Kindern nicht moralisch in den Ohren zu liegen, sondern ihnen eine Botschaft mit Humor zu übermitteln. Warten wir anhand dieses Versuches ab, ob es etwas nützt, die Botschaft mit einem Bild zur versehen. Alles andere ist dann abhängig von Terminen und Verfügbarkeit.

Interview: Jérôme Lathion
Fotos: Olivier Vogelsang

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