22.08.2019

Es grünt so grün in Lausanne

Die Ausstellung „Lausanne Jardins“ macht die Waadtländer Kantonshauptstadt zum lohnenden Ziel für einen Spätsommerausflug.

22. August 2019

 An der Placette du peuplier haben sich Wurzeln den Weg nach oben gebahnt und den Asphalt aufgeworfen. Üppiges Grün belebt diesen normalerweise eher grau wirkenden Platz mit der grossen Pappel und einer Statue der Aurora, der römischen Göttin der Morgenröte. Doch es scheint nur so als hätten die Pflanzen die Oberhand über den Beton gewonnen. Tatsächlich wurde die kleine Oase von Menschenhand geschaffen – für die Ausstellung „Lausanne Jardins.“

Es grünt so grün in Lausanne
Ein paar Pflanzen lassen die Betonterrasse Bellefontaine förmlich erblühen.
 

30 Ideen zum Staunen

 Auch die sonst eher unscheinbare Betonterrasse Belle Fontaine, die eigentlich nichts weiter ist als das Dach eines Parkhauses, bezaubert Besucher plötzlich. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes erblüht. Roter Mohn und gelbe Wiesenblumen wachsen aus Grasbüscheln auf den Platten hervor und vermitteln das Gefühl, auf dem Land zu sein und nicht in einer zugebauten Stadt. Und die Unterführung St-Francois, die Passanten normalerweise möglichst rasch durcheilen, wirkt durch die mit Pflanzenmuster verschönerten Wände gleich viel einladender. Diese Beispiele sind ebenfalls Teil der Gartenausstellung, die noch bis zum 12. Oktober dauert und für den öffentlichen Raum sensibilisieren soll: Wie ihn Pflanzen gestalten und verändern können. 1997 zum ersten Mal gestartet, hat die diesjährige und sechste Ausgabe den Erdboden und dessen Eigenschaften zum Thema. Rund 30 grüne Projekte von Lausanner, Schweizer und ausländischen Landschaftsgestaltern und Gartenexperten bringen Interessierte zum Staunen und zum Nachdenken. So erfährt man, dass ein grösserer Baum rund neun Kubikmeter Erde benötigt, um gut wachsen zu können. Doch in Städten ist der Boden knapp. An der Place Chauderon kann man auf einer Rutsche durch aufgeschüttetes Erdreich gleiten und sich ein wenig so fühlen wie ein Regenwurm, der sich in die Tiefe gräbt. Letztendlich drängt sich das Fazit auf, dass Grün selbst noch auf kargstem Grund spriesst und trostlose Ecken zum Positiven verwandelt.

Es grünt so grün in Lausanne
Das grüne Muster an den Wänden macht die Unterführung St-Francois einladender.
 

Eine der grünsten Städte weltweit

 Lausanne Jardins ist ein wunderbarer Grund, einen Spätsommerausflug an den Genfersee zu machen. Mit insgesamt 350 Hektaren Grünfläche und 100 Parks gehört Lausanne übrigens zu den grünsten Städten weltweit. Es muss nicht nur beim Sehen bleiben. Um die Ausstellung herum gibt es eine Fülle an Veranstaltungen – von der Lesung bis zum Workshop. Zum Anlass wurde eigens ein ausführliches Roadbook erstellt, anhand dessen man von Grünplatz zu Grünplatz schlendern kann. Dabei entdeckt man auch die zahlreichen einladenden Bars und Restaurants im Freien, zum Beispiel unter einem Brückenbogen. Schön klingt so ein Ausflug auf dem Balkon der beliebten Brasserie de Montbenon im gleichnamigen Park aus. Oder man sitzt in der Altstadt draussen vor der Institution Café du Grütli und gönnt sich Schweizer Spezialitäten.
Eigentlich aber ist ein Tag für einen ebenso lehrreichen wie genussvollen Abstecher in die Waadtländer Kantonshauptstadt zu kurz, denn es lockt ja noch der See. Und da wäre auch das ausserordentlich spannende Olympische Museum, ein Muss für alle Sportfans – das immer einen Besuch lohnt, auch im Sommer.

Es grünt so grün in Lausanne
In Lausanne gibt es unzählige Cafés und Bars im Freien, etwa unter einer Brücke.

Gute Adressen:
Jardins Lausanne: Sa und So geführte Touren, lausannejardins.ch
Musée Olympique, Quai d‘ Ouchy 1, olympic.org/museum
Übernachten: Hotel Mirabeau, hübsches, zentral gelegenes und erschwingliches Hotel mit gutem Frühstück, Avenue de la Gare 31, mirabeau.ch
Essen und Trinken:
Brasserie de Montbenon, Allée Ernest Ansermet 3, brasseriedemontbenon.ch
Café du Grütli, Rue Mercerie 4, cafedugruetli.ch
Tom Café, sehr gutes Restaurant des Musée Olympique mit tollem Seeblick
Ta Cave, ansprechende Winebar, die mit Crowdfunding finanziert wurde. Rue du Simplon 35, tacave.ch


Text und Fotos: Juliane Lutz

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