27.03.2018

Autobahn-Rastplätze werden elektrifiziert

Seit diesem Jahr ist es rechtlich möglich, auf Rastplätzen entlang des Nationalstrassennetzes Schnellladestationen für Elektro-Fahrzeuge zu betreiben.


Seit diesem Jahr ist es rechtlich möglich, auf Rastplätzen entlang des Nationalstrassennetzes Schnellladestationen für Elektro-Fahrzeuge zu betreiben.

27. März 2018

Elektroautos spielen im Strassenverkehr eine immer wichtigere Rolle und tragen zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele des Bundes bei. Deshalb haben Bundesrat und Parlament die Rahmenbedingungen zur Schaffung eines leistungsstarken Netzes von Ladestationen entlang der Nationalstrassen verbessert. Aufgrund einer im Rahmen des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) vom Parlament beschlossenen Änderung im Nationalstrassengesetz ist es seit Anfang Jahr möglich, auf Autobahnrastplätzen alternative Energien anzubieten, insbesondere elektrische Energie. Voraussichtlich im Sommer startet das Bundesamt für Strassen (Astra) das entsprechende Bewerbungsverfahren für den Betrieb von Schnelladestationen. Die Bewilligungen sollen bis 30 Jahre gültig sein.

Steckertypen
Der Bund schreibt unter anderem vor, dass die Ladeleistung der E-Tankstellen mindestens 150 Kilowatt betragen muss. Die Energie soll mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen sowie aus schweizerischer Produktion stammen, und es müssen mindestens die drei gängigsten Steckertypen (CCS; CHAdeMO und Type 2) vorhanden sein. Die Bezahlung muss mit gebräuchlichen Zahlungsmitteln vor Ort und ohne vorgängige Registrierung oder Kundenkarte möglich sein. Die Betreibergesellschaften verpflichten sich, ihr Angebot und die Preise regelmässig dem Markt anzupassen.

Nicht vor 2019
Die Bewilligungen für den Betrieb der Schnelladestationen sollen nicht einzeln sondern im Paket erteilt werden: Ein Bewerber erhält den Zuschlag für jeweils 20 Rastplätze. Die Zuschlagskriterien sind aktuell noch Gegenstand von Abklärungen. Die Kosten für die Bereitstellung einer ausreichenden Stromleistung vor Ort werden vom ASTRA vorfinanziert. Pro Rastplatz ist mit einem durchschnittlichen Aufwand von rund einer halben Million Franken zu rechnen. Die ersten Schnellladestationen dürften aufgrund der notwendigen Arbeiten an der Strominfrastruktur allerdings nicht vor Ende 2019 in Betrieb gehen.
Insgesamt gibt es auf dem 1850 Kilometer langen Nationalstrassennetz 100 Rastplätze, die sich für den Betrieb von Schnellladestationen eignen. Diese sind mit Toiletten sowie Grünflächen, Bänken und fallweise mit kleinen Imbissständen ausgerüstet. Im Gegensatz dazu befinden sich auf den 59 Raststätten Tankstellen sowie Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Auf 24 Raststätten sind bereits jetzt Schnellladestationen für Elektro-Fahrzeuge in Betrieb. Für mindestens 15 weitere Raststätten laufen die Vorbereitungs- oder Umsetzungsarbeiten.

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