03.07.2018

Erfrischende Höhlen und Schluchten


03. Juli 2018

Höhlenbären, Hängebrücken und Bäderhotels säumen den Wanderweg von Oberwil im Simmental nach Weissenburg. Abwechslung und Abkühlung sind garantiert. 

Die letzten Meter zum Schnurenloch sind steil, felsig und ein bisschen ausgesetzt. Dem fünfjährigen Luc ist es nicht ganz wohl, doch die Neugierde besiegt sein Unbehagen und er will weiterklettern. Nur eine kleine Höhle muss noch durchkrochen werden, dann führt eine Leiter hinauf zum Schnurenloch, wo Archäologen Knochen vom Höhlenbären und Steinwerkzeug aus der Urgeschichte der Menschheit ausgegraben haben. Hier kapituliert der Kleine, doch seine älteren Schwestern Amelle und Leena gehen ohne zu zögern weiter nach oben. Die Höhle ist geräumig, kühl und die Vorstellung fällt leicht, dass hier vor Tausenden von Jahren Menschen und Höhlenbären gehaust haben.

Über eine weitere kleine Leiter gelangt man in den hinteren Teil, allerdings nur mit Stirnlampe In nächster Umgebung gibt es mit dem Mamilchloch und dem Zwärgliloch zwei weitere Höhlen zu entdecken. Für Kinder besonders geeignet ist das Zwärgliloch inklusive Grillstelle und Tisch im Schatten der kleinen Grotte. Hier kann man unbeschwert herumkraxeln und sich ein bisschen in die Welt der Höhlenbewohner hineinfühlen.

Zeitreise in drei Stunden

Die abwechslungsreiche und vor allem mit kühlen Orten bespickte Wanderung zu den prähistorischen Höhlen und der Buschenschlucht mit den Badehotelruinen beginnt in Weissenburg. Von dort fährt man mit dem Zug ins nächste Dorf, nach Oberwil. Hier leitet der gut ausgeschilderte Höhlenpfad durch Wald und Wiesen rund 400 Höhenmeter hinauf zu den drei Felslöchern. Nach dem Besuch der Grotten geht es leicht abwärts ins Morgetental hinein bis zur gleichnamigen Hängebrücke. Wo eine kleine Überraschung wartet: In einer Nische vor der Brücke bieten die Bergbauern lokale Milchprodukte von Langhornrindern an. Hier wird auch erklärt, wie sich die Berg bauern früher an Hanfseilen über die Schlucht hangelten.

Da ist den Kindern das schwankende und luftige Stahlkonstrukt der Hängebrücke dann doch noch lieber. Am anderen Ende atmen sie tief durch und bereiten sich auf den steilen Abstieg vor. Doch keine Angst, der Weg ist gut gesichert und mit Treppen werden die höchsten Stellen überwunden. Einmal am Schluchtgrund angelangt, folgt eine kleine Hängebrücke über den Morgetenbach. Jetzt ist Gelegenheit, sich mit dem klaren Bergwasser abzukühlen.

Vergangener Bäderkult

Durch den malerischen Buchenwald geht es talauswärts bis zu den restaurierten Ruinen des ehemaligen Weissenburgbads. Schon imposant, welch ein Kurhotel hier Ende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde. Weil zu Beginn des 19. Jahrhunderts Badekuren derart populär waren, wurde zusätzlich das Vordere Bad erstellt. Auf dem Weg dorthin plätschert in einer Felsnische der Brunnen mit erfrischendem Mineralwasser. 

Nach dem Ersten Weltkrieg war dann Schluss mit dem Badespass, was den langsamen Niedergang der Häuser bedeutete. Die letzte Etappe der Wanderung geht horizontal durch den Badwald bis zum Bahnhof Weissenburg. Da fragt man sich schon, wie dereinst die edlen Gäste mit ihrem Gepäck zu den Hotels gekommen sind. 

Kühle Ausflüge

Rosenlauischlucht
Rosenlauischlucht

Rosenlauischlucht
Die Kraft des Wassers spüren und tief in die Schlucht, welche oberhalb von Meiringen liegt, mit Wasserfällen und Grotten eintauchen.
rosenlauischlucht.ch

Taminaschlucht
Obschon in der Schlucht bei Bad Ragaz heisses Thermalwasser entspringt, ist es hier angenehm kühl.
heidiland.com

Gletschergrotte Titlis
Gletschergrotte Titlis

Gletschergrotte Titlis
Die Grotte führt 150 Meter lang in uraltes Eis hinein.
titlis.ch

Grotten von Vallorbe
In den hohen Hallen faszinieren das Lichtspiel und die Mineraliensammlung.
grottesdevallorbe.ch

Verenaschlucht Solothurn
Die Einsiedelei tief in der Schlucht verspricht Abkühlung und Stille.
solothurn-city.ch

Unterirdischer See Saint-Léonard
Unterirdischer See Saint-Léonard

Glacière de Monlési
Die Eishöhle liegt in der Nähe von Couvet und bedingt Erfahrung im Steigeisengehen.
www.val-de-travers.ch

Unterirdischer See Saint-Léonard
Der 300 Meter lange See befindet sich zwischen Sitten und Siders.
lac-souterrain.com

GUT ZU WISSEN

Anreise: Mit dem Zug oder Auto zum Bahnhof Weis senburg im Simmental. Von hier mit dem Zug nach Oberwil i. S.

Wanderzeit: 2.5 bis 3 h. Aufstieg 430 Hm Abstieg 490 Hm Strecke 6 km.

Ausrüstung: Komplette Wanderausrüstung, für Kinder unter 6 Jahren eventuell Sicherungsseil.

Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst.

Literatur: Outdoorführer Gantrisch.

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