Wie kann ich Erste Hilfe leisten?

Wir alle können eines Tages mit einem Unfall oder Notfall konfrontiert sein. Wie reagieren? Was sind die Pfeiler der Ersten Hilfe?

Quelle: Der Schweizerische Samariterbund

Bei über 50% der tödlichen Verkehrsunfälle in Europa stirbt das Opfer wenige Minuten nach dem Unfall. Diese Prozentzahl könnte massiv gesenkt werden, wenn jeder die lebensrettenden Sofortmassnahmen kennen würde, welche in diesen ersten Minuten entscheidend sind. 

Einen europäischen Test über die Erste-Hilfe-Kenntnisse

Des TCS hat 2012 mit seinen Partnern einen europäischen Test durchgeführt. Dieser Test zeigte, dass kaum 18% der Befragten tatsächlich wissen, wie und in welcher Reihenfolge im Notfall vorzugehen ist, während zwei Drittel (65.8%) der befragten Personen sich in der Lage fühlten, erste Hilfe zu leisten.

Und Sie? Sind Sie in der Lage, das richtige Verhalten und die rettenden Sofortmassnahmen im Falle eines Verkehrsunfalls vorzunehmen? Hier ist ein kleiner Quiz, der Ihnen erlauben wird, Ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse zu testen.

Hätten Sie richtig geantwortet?

 
 
 
 

Jeder kann Leben retten, wenn er sich an das korrekte Vorgehen erinnert. Leider verlieren die Personen, die an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen haben, ihre Kenntnisse sehr schnell wieder. Um diese Situation zu verbessern, wäre das Beste freiwillig an einem Wiederholungs-Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen.

Hier sind einige grundlegende Regeln für den Notfall:

Schauen - Denken - Handeln

1. Schauen Überblick bewahren

  • Was ist geschehen?
  • Gibt es Verletzte?
  • Wer ist betroffen?

2. Denken Folgeunfälle verhindern

  • Gefahr erkennen
  • Gefahr für Helfer und andere ausschliessen
  • Gefahr für Opfer ausschliessen

3. Handeln Sich und andere schützen

  • Selbstschutz
  • Nothilfe leisten
  • Fachhilfe alarmieren
 

Je nach Zustand der Person handeln

Bewusste Person: Je nach Bedarf helfen

Quelle: Samaritains de Vernier

Bewusstlose Person, die normal atmet: Stabile Seitenlage

Quelle: Samaritains de Vernier

Bewusstlose Person, die nicht mehr atmet: Herz-Lungen-Wiederbelebung

Quelle: Der Schweizerische Samariterbund

Person mit Blutverlust: Druckverband anlegen, aber nicht abbinden

Quelle: Der Schweizerische Samariterbund

Verantwortung

Wer einem verletzten Menschen nicht hilft, wenn sich dieser in unmittelbarer Lebensgefahr befindet, muss mit Gefängnis oder Busse rechnen. Gaffer, die den Rettern im Wege stehen, machen sich ebenfalls strafbar. So will es das Schweizerische Strafgesetzbuch.

Retten und Helfen an Ort nach bestem Wissen führt für Laien in keinem Fall zu einem Problem mit dem Gericht.

Wenn ein Ersthelfer - ein Laienhelfer – wegen mangelnder Erfahrung oder wegen verständlicher Aufregung und Nervosität einen Fehler macht, müsste man ihm dies auf Grund seiner individuellen Fähigkeiten und der zu bewältigenden Situation zum Vorwurf machen können - man müsste Nachlässigkeit nachweisen können - was kaum möglich ist, solange nicht geradezu unsinnig gehandelt worden ist.

Beim Alarmieren hingegen, gibt es kein Wenn und Aber (im Zentrum steht immer die genaue Positionsangabe). Die Rettungshilfe muss ohne Zögern angerufen werden.

  • Erste-Hilfe-Test

    Der TCS hat zusammen mit dem Schweizerischen Samariterbund die Fähigkeiten der schweizerischen Bevölkerung in Sachen Erste Hilfe getestet. Die Ergebnisse sind beunruhigend.