Minibus

Der TCS fordert ein Verbot von Längsbänken für Kindertransporte.


Nach Crashtest: Verbot für Längsbänke gefordert

Crashtest mit Schulbus

Der TCS wollte die Wirksamkeit der verschiedenen Systeme prüfen, die derzeit für Schulbusse zugelassen sind und ihre jeweiligen Stärken und Schwächen feststellen. Zusammen mit PostAuto
und der Sendung «Kassensturz» hat der TCS dazu in diesem Sommer Crashtests durchgeführt.

Die Crashtests bei 35 km/h wurden mit einem Minibus durchgeführt, der zum einen mit Längsbänken und zum andern mit einer herkömmlichen Sitzanordnung ausgerüstet war. Die Passagiere, die in Fahrtrichtung blicken sind gut geschützt. Jene auf Längsbänken hingegen sind grossen Gefahren ausgesetzt. Der TCS fordert deshalb ein Verbot von Längsbänken für Kindertransporte

Vier Fragen an die Abteilung Verkehrssicherheit des TCS

1. Warum sind Längsbänke in der Schweiz noch zugelassen?

Diese Frage ist dem Gesetzgeber zu stellen. Das Unglück von Salins (VS) im Januar 2004 hat eine Kehrtwende gebracht. Infolge dieses Unglücks wurden ab 2008 keine Minibusse mit Längsbänken mehr neu zugelassen. Und ab 2010 mussten die Längsbänke der noch vorhandenen Minibusse mit Beckengurten ausgestattet werden. Aber die vor 2008 zugelassenen Minibusse dürfen in der Schweiz weiterhin verkehren – und genau diese Fahrzeuge erachten wir als gefährlich. 

2. Ist es aber angesichts der niedrigen Unfallzahlen der letzten 20 Jahren wirklich so dringend, diese Minibusse zu ersetzen?

Jeder Tote oder Verletzte ist einer zu viel. Die Erfahrung zeigt, dass sich schwere Unfälle jederzeit und überall ereignen können. Dagegen können wir eine einfache Vorsichtsmassnahme treffen: Ersetzen der veralteten Minibusse durch sichere Fahrzeuge für unsere Kinder. Die Technik ist verfügbar, bewährt und zuverlässig. Auch gilt es, die Prävention bei Kindern, Eltern und Behörden zu verstärken: Gurte sollten immer getragen werden, sobald das Fahrzeug fährt.

3. Belastet der Ersatz all dieser Minibusse die Gemeinden nicht zu stark?

Die Kostenfrage stellt sich, vor allem für kleinere Gemeinden. Doch die Sicherheit darf in diesem Bereich nicht einem Kompromiss geopfert werden. Zu bedenken ist auch, dass die wenigen Fahrzeuge, die noch verkehren, alle mindestens 5 Jahre alt und wahrscheinlich längst amortisiert sind.

4. Der Privatverkehr ist bezüglich der Gurten-Tragepflicht strengen Regeln unterworfen. Warum gelten diese Regeln für den öffentlichen Verkehr nicht?

Auch wenn es eine Grauzone gibt, sind diese Transportarten völlig unterschiedlich. Der öffentliche Verkehr fährt meist mit geringer Geschwindigkeit, auf eigenen Spuren und seine Fahrzeuge sind oft deutlich schwerer als die Fahrzeuge, mit denen er in Berührung kommt. All dies bedeutet, dass die Passagiere eines Trams oder Linienbusses sicherer sind als Passagiere in einem Privatfahrzeug. Hinzu kommt, dass der Aufwand und die Kosten für die entsprechenden Einrichtungen in Fahrzeugen des öffentlichen Verkehrs kaum zu stemmen wären.

Die Frage der Gurten-Tragpflicht im öffentlichen Verkehr stellt sich insbesondere bei Bussen auf Autobahnen, Schnell- oder Bergstrassen. Hier empfiehlt der TCS, die verfügbaren Sicherheitsgurte zu benützen. Diese Massnahme kann Leben retten.

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