Reifendruckkontrollsysteme ab 1. November obligatorisch

Emmen, 27. Oktober 2014. Ab dem 1. November 2014 müssen neue Personenwagen in der Schweiz serienmässig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgerüstet sein. Für die Schweiz ist das Einfuhrdatum des Fahrzeugs ausschlaggebend. Mit diesen Überwachungssystemen wird automatisch der Reifendruck kontrolliert, der für die Verkehrssicherheit, das Fahrverhalten und den Verbrauch entscheidend ist.

Zu geringer Reifendruck ist gefährlich und kann zu Unfällen mit schwerwiegenden Folgen führen. Neben der Sicherheit wird durch zu geringen Reifendruck auch auf das Fahrverhalten, der Materialverschleiss und der Treibstoffverbrauch negativ beeinflusst: So kann ein um 0.5 bar zu geringer Reifendruck einen Treibstoffmehrverbrauch von bis zu 0.3 Litern auf 100 km bewirken. So genannte Reifendruckkontrollsysteme (RDKS) überwachen den Druck bei allen Reifen deshalb fortlaufend und informieren den Fahrer automatisch über Druckverlust oder zu geringen Reifendruck.  

Zwei Systeme auf dem Markt

Mit direkt (oder aktiv) und indirekt (oder passiv) messenden Systemen gibt es derzeit zwei relevante Lösungen: Das direkte System verfügt über einen Druck- bzw. Druck-Temperatursensor im Reifeninneren an der Felge und übermittelt den Momentandruck per Funk an einen Empfänger im Fahrzeug. Das indirekte System hingegen vergleicht die Raddrehzahlen mittels Sensoren, die in den meisten Fahrzeugen mit ABS und ESP ohnehin bereits eingebaut sind. Bei Druckabfall an einem Rad verringert sich der Abrollumfang des Rades. Dadurch steigt die Drehzahl des Rades an und das System erkennt den Druckverlust. 

Direkt messende Systeme sind besser, aber teurer und umständlicher

Im Vergleich schneiden die direkt messenden Systeme besser ab als die indirekt messenden Systeme. Sie liefern laufend Werte für alle vier Reifen und warnen am schnellsten vor Druckverlust. Indirekt messende Systeme hingegen warnen nicht sofort und bemerken auch keinen gleichmässigen Druckverlust auf allen vier Reifen.

Direkt messende Systeme sind allerdings meist nur gegen einen Aufpreis von ab 300 Franken erhältlich und verursachen zusätzliche Mehrkosten beim Reifenwechsel und der Umrüstung des Winterrädersatzes, da zusätzliche Sensoren verbaut werden müssen. Die Kosten pro Sensor liegen bei 100 bis 200 Franken plus Montage. Die Lebensdauer der Batterie im Sensor beträgt 7 – 10 Jahre (100‘000 – 150‘000 km). Zurzeit ist es noch nicht möglich, nur die Batterie zu ersetzen, sondern man muss noch den ganzen Sensor auswechseln.

Aufgrund der geringeren Kosten und dem einfacheren Unterhalt und Reifenwechsel werden bei neuen Fahrzeugen deshalb serienmässig meistens indirekt messende Systeme verbaut. Diese entsprechen der neuen Norm vollumfänglich und wirken sich ebenfalls positiv auf die Verkehrssicherheit aus. 

Tipps zum Reifendruck

  • Angaben zum optimalen Reifendruck findet man in der Betriebsanleitung, an der Tankklappe oder auf der Fahrzeugtüre.
  • Der Reifendruck sollte regelmässig und auch beim Reserverad überprüft werden. Reifen können bis 0.1 bar Luft pro Monat verlieren.
  • Bei schwerer Ladung oder schnellen Fahrten sollte der Luftdruck um ca. 0.2 bar erhöht werden.
  • Reifendruck von bis zu 0.5 bar über den Herstellerangaben verbessert das Fahrverhalten und spart ca. 3% Treibstoff, reduziert aber den Fahrkomfort. Einige Fahrzeughersteller weisen diesen erhöhten Reifenluftdruck als «Eco»-Luftdruck aus.
  • Reifen sollten regelmässig auf Beschädigungen wie Stichverletzungen oder kleine Risse in der Lauffläche überprüft werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten empfiehlt es sich, einen Fachmann zu kontaktieren. 
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