Velolampen im TCS Test: Welche Produkte sind top, welche flop?

Emmen, 31. März 2016. In der Dämmerung und in der Nacht ist das Unfallrisiko dreimal höheres als am Tag. Kommen Regen, Schnee oder Gegenlicht dazu, ist das Unfallrisiko sogar bis zu zehnmal höher als am Tag. Eine optimale Beleuchtung ist deshalb gerade für Velofahrer äusserst wichtig. Der TCS hat 8 handelsübliche Produkte unter die Lupe genommen und gibt seine Empfehlungen ab.

31. März 2016

Pro Jahr ereignen sich in der Schweiz rund 16‘000 Velounfälle – Rund ein Viertel der verunfallten Velofahrer zieht sich dabei leichte bis schwere Verletzungen zu. 34 Personen kamen 2014 bei einem Velounfall gar ums Leben. Häufige Unfallursache: Die Velofahrer sehen im Dunkeln oder bei schlechter Witterung selbst zu wenig, oder werden von anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht oder erst zu spät gesehen. Es kommt zum Crash. Jeder zweite Unfall könnte vermieden werden, hätte der Verursacher eine Sekunde mehr Reaktionszeit. Deshalb kommt der Fahrradbeleuchtung bei der Verhütung von Fahrradunfällen eine zentrale Rolle zu.

Produkteauswahl

Folgende Produkte waren zum Stichtag 8./9. Februar 2016 in den grossen Discountketten, Sportgeschäften und Fachmärkten erhältlich. Bei relevanten Discountern wurden unterschiedliche Velolampen eingekauft, um die Segmente Low-Budget bis Premium mit einer Obergrenze bis 250CHF abzudecken.
Es wurden nur aktive, mobile Velolampen mit Batterien bzw. Akkus gekauft, welche für Fahrräder und Leicht-Motorfahrräder vom CH-Gesetz zugelassen sind und in Discountern wie Fachhandel erhältlich sind. Insgesamt wurden 8 unterschiedliche Velolampen und Lampen-Sets getestet. War kein Set erhältlich, wurde zusätzlich eine Rückleuchte vom gleichen Hersteller erworben.

 

Der Test

Die wichtigsten Kriterien beim TCS Velolampentest waren: Sichtbarkeit, Ausleuchtung, Blenden bzw. Hell-Dunkelgrenze. Aber auch die Qualität sowie die Handhabung wurden getestet und beurteilt. Die Gewichtung im Test wurde folgendermassen festgelegt: Qualität 30%, Handhabung 20%, Funktionalität 50%.
Das „Gesehen werden“ ist eine der wichtigsten Kriterien des Velolampentests. Will der Velofahrer allerdings selbst auch etwas sehen, besonders bei einer Fahrt nachts durch den Wald, sind stärkere Leuchten notwendig. Daher wurde jedes Fahrlicht in Bezug auf die Sicht des Velofahrers bewertet, indem der Winkel des Lichtkegels gemessen und die während des Tests vor Ort aufgenommenen Fotos untersucht wurden. Weiter wurden die Velolampen eine Stunde beregnet und danach auf undichte Stellen untersucht. Anschliessend wurden sie für ½ Minute in ein Wasserbecken getaucht um das Fallen in eine Pfütze zu simulieren. Für den Falltest wurden Velolampen aus einer Höhe von 1.1 m auf Beton fallen gelassen. Die Höhe entspricht der durchschnittlichen Höhe Lenker-Boden. 

Fazit

Gemäss Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) müssen Beleuchtungsvorrichtungen für herkömmliche Velos nachts bei klarem Wetter auf eine Distanz von 100 m sichtbar sein. Alle getesteten Lampen erfüllten diesen Teil im Sinne des CH-Gesetzes und werden nachts bei klarer Sicht auf 100m gesehen.
In der Gesamtwertung konnten vier von acht mit der TCS Empfehlung „sehr empfehlenswert“ überzeugen. Lampen welche zwar zur Sichtbarkeit verhelfen aber für die totale Dunkelheit zu wenig Licht abgeben, waren immerhin noch „empfehlenswert“. Nur eine Lampe konnte mit dem Testfeld nicht ganz mithalten und erhielt ein „bedingt empfehlenswert“ aufgrund Funktionalität und Qualität.

 
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