Gotthardstrassentunnel: Mehr Sicherheit gibt es nur mit einer Sanierungsröhre

Bern, 14. Juli 2015. Der Gotthardstrassentunnel entspricht nicht mehr den neuesten sicherheitstechnischen Vorgaben. Mit 17 Kilometern Länge ist dieses Bauwerk einer der längsten europäischen Tunnels mit Gegenverkehr. Somit ist die Gefahr einer Frontalkollision in dieser Röhre entsprechend gross.

14. Juli 2015

Der Gotthardstrassentunnel weist gewichtige systembedingte Nachteile auf: Eine enge Röhre mit Gegenverkehr, schmale Fahrspuren und fehlende Pannenstreifen – damit genügt er modernen Sicherheitsstandards nicht. Es ist ein Trugschluss und geradezu unverantwortlich von den Gegnern des Sanierungstunnels, den Eindruck zu erwecken, mit Hilfe von in den Fahrzeugen installierten elektronischen Systemen könnte das nachweisbar vorhandene Sicherheitsdefizit kompensiert werden.

Würde der Gotthardstrassentunnel heute gebaut, müssten aufgrund der geltenden Sicherheitsnormen zwingend zwei Röhren gebaut werden. Diese Regel wird bereits heute bei der Bahn angewendet. Mit der besseren Sicherheit begründete auch alt Bundesrat Moritz Leuenberger 2001 im Parlament die Mehrkosten von 600 Millionen Franken für einen zweiröhrigen Ceneri-Basistunnel.

Der TCS kann nicht akzeptieren, dass bei der Strasse andere Massstäbe anwendet werden sollen als bei der Schiene. In Anbetracht der Länge des Tunnels, des Gegenverkehrs, des Schwerverkehrsanteils von 23 Prozent sowie der langen Zufahrtsrampen ist das Unfallrisiko nicht zu unterschätzen. Nur über zwei getrennte Röhren mit je einer Spur pro Fahrtrichtung lässt sich die Sicherheit im Gotthardstrassentunnel entscheidend verbessern. 

 
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