Gefahrenquelle Unaufmerksamkeit: TCS und bfu testen Head-up-Displays

Emmen, 19. November 2015. Unaufmerksamkeit und Ablenkung am Steuer gehören zu den häufigsten Unfallursachen. In der Schweiz werden jährlich tausende Unfälle von unaufmerksamen und abgelenkten Automobilisten mitverursacht. Bei verschiedenen Fahrerassistenzsystemen wie etwa Head-up-Displays wird eine Unterstützung versprochen, welche die Konzentration nicht vom Strassenverkehr ablenkt. Der TCS hat in Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) sieben solcher Systeme getestet und verglichen.

19. November 2015

Autofahren erfordert höchste Konzentration. Nebentätigkeiten wie SMS-Schreiben, Telefonieren oder Navi-Einstellen lenken von der eigentlichen Aufgabe ab – dem Fahren. Eine von der Allianz Versicherung 2011 durchgeführte Untersuchung hat festgestellt, dass rund 40% der Automobilisten schon während der Fahrt telefoniert haben, 30% SMS und E-Mails gelesen oder geschrieben und 50% die Zielnavigation programmiert haben. Wer sich derart ablenken lässt, bringt sich und andere in Gefahr. Unaufmerksamkeit und Ablenkung gehören bei schweren Unfällen auch weiterhin zu den häufigsten Unfallursachen. Egal über wieviel Erfahrung man verfügt, die Unfallgefahr eines abgelenkten Fahrers bleibt hoch: Denn bei Ablenkung verlängert sich die Reaktionszeit massiv, beim Telefonieren oder SMS-Schreiben am Steuer durchschnittlich um 30 bis 50%. Deshalb ist es entscheidend, die Aufmerksamkeit während der Fahrt auf den Strassenverkehr zu richten. Dies bedingt einen verantwortungsvollen Umgang mit Infotainmentgeräten – Telefonieren, Nachrichten lesen oder schreiben sowie das Radio oder das Navi einstellen sollte man nur dann, wenn das Fahrzeug steht. 

Head-up-Displays können helfen, die Aufmerksamkeit auf den Verkehr zu richten

Allerdings werden mittlerweile auch verschiedene Fahrerassistenzsysteme angeboten, welche nicht mehr unnötig ablenken sollen. Head-up-Displays (HUD) etwa blenden die wichtigsten Informationen während der Fahrt im Sichtfeld des Fahrers ein – entweder direkt mittels Projektion an die Frontscheibe oder indirekt über eine zusätzliche Scheibe oder Fläche. Der TCS hat nun in Zusammenarbeit mit der bfu fünf solche serienmässig verbaute Systeme sowie zwei Nachrüst-Systeme einem Praxistest unterzogen und bewertet. Bei den serienmässig verbauten Systemen sind die Resultate zwar sehr unterschiedlich ausgefallen, dennoch sind vier der fünf Testprodukte mindestens „empfehlenswert“. Die Nachrüst-Systeme konnten hingegen weniger überzeugen. Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Gute HUD können die Sicherheit erhöhen, ungenügende HUD bergen sogar zusätzliche Risiken.  

 
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