10.04.2018

Streik: Was Sie jetzt wissen müssen



10. April 2018

An vier deutschen Flughäfen strich die Lufthansa am Dienstag mehr als 800 Flüge wegen des Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Davon sind auch viele Schweizer Reisende betroffen. Und: Bis Ende Juni wollen die französischen Eisenbahner streiken und auch bei Air France wird die Arbeit immer wieder niedergelegt. Der TCS mit wichtigen Antworten für Streikbetroffene.


Wie muss man vorgehen?
Erster Ansprechpartner für Flugreisende ist immer die Fluggesellschaft, bei Pauschalreisen der Reiseveranstalter. Auch der jeweilige Flughafen bietet auf seiner Internetseite ausführliche Informationen über die aktuellen Abflug- und Ankunftszeiten. Lufthansa-Fluggäste werden gebeten, sich vor Reiseantritt bei www.lufthansa.com über den Status ihres Fluges zu informieren. Das gelingt über den «Flug Status», bei dem der Nutzer Abflugs- und Ankunftsort sowie Uhrzeit und Datum seines Fluges eingeben muss. Die Lufthansa veröffentlichte auch einen Ersatzflugplan. 


Kontaktdaten hinterlegen oder zum Reiseveranstalter
Fluggäste, die entsprechende Kontaktdaten hinterlegt haben, werden aktiv per SMS oder E-Mail über Änderungen informiert, heisst es seitens der Fluggesellschaft. Ihre Kontaktdaten können Reisende auf www.lufthansa.com unter der Rubrik «Meine Buchungen» eintragen, einsehen und ändern. Wer sein Ticket über ein Reisebüro oder über einen Reiseveranstalter gebucht hat, kann sich auch direkt dorthin wenden.


Muss mir Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung anbieten?
Laut der zuständigen EU-Verordnung, muss die Fluggesellschaft schnellstmöglich für eine Ersatzbeförderung sorgen – egal ob mit dem Zug, mit einem nächsten Flug oder sogar mit einer anderen Airline. Informieren Sie sich auf jeden Fall auf der Website der Fluggesellschaft oder des entsprechenden Flughafens. Aktueller Lufthansa-Streik: Als Service bietet die Lufthansa ihren Passagieren an, ihre innerdeutschen Flugtickets kostenlos in Bahnfahrscheine umzutauschen, beziehungsweise internationale Flüge in einem Zeitraum von sieben Tagen ohne Zusatzkosten umzubuchen.


Gibt es für streikbetroffene Passagiere eine finanzielle Entschädigung?
Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro – aber nur, wenn kein «aussergewöhnlicher» Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks jedoch als aussergewöhnlichen Umstand. Entschädigung gibt es daher nicht.


Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
War der Flug Bestandteil einer Pauschalreise, stellt sich die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten und den Reisepreis zurückfordern. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.


Bahnstreik: Kunden können sich Tickets zurückerstatten lassen
Wer sein Ticket für den TGV nach Paris bereits gebucht hat, muss nicht um sein Geld bangen: Wie die SBB auf ihrer Webseite mitteilen, können vom Streik betroffene Kunden alle TGV-Lyria-Billette zurückerstatten oder umbuchen lassen. «Dies gilt auch für ansonsten nicht umtauschbare oder erstattungsfähige Tickets von Lyria», heisst es auf der SBB-Seite.


ETI-Schutzbrief
Reisende mit einem ETI-Schutzbrief, welche während der Reise oder kurz vor Antreten der Reise von einem Streik betroffen sind, können uns rund um die Uhr über unsere Hotline erreichen. Die Nummer: +41 58 827 22 20. Über den ETI-Schutzbrief sind die Annullierungskosten oder die zusätzlichen Kosten gemäss den Allgemeinen Bedingungen subsidiär zu den Leistungen des Transportunternehmens gedeckt.

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