21.03.2018

Gefährliche Keime im Trinkwasser: So schützen Sie sich vor der Legionellose



21. März 2018

Die Zahl der Fälle nimmt zu: 2017 registrierte der Bund in der Schweiz knapp 500 Fälle der tödlichen Legionärskrankheit – 35 Prozent mehr als 2016. 

Die Legionellose ist eine Erkrankung der Atemwege, verursacht durch Bakterien, die sich natürlicherweise im Wasser befinden. Die Infektion erfolgt durch das Einatmen von kontaminierten Tröpfchen. Massnahmen zielen auf die Verminderung dieser Bakterien ab.

Die beste Präventivmassnahme, um bei sanitären Installationen eine Vermehrung der Legionellen zu verhindern, besteht darin, eine Heisswassertemperatur von 60 °C am Boilerausgang und 55 °C im Leitungssystem sicherzustellen. Prüfen Sie das selber beim Boiler und der Heizung nach oder fragen Sie den Hauswart oder die Verwaltung.

Wasserhähne und Duschköpfe sind besonders anfällig

Legionellen sind Bakterien, welche natürlicherweise in fast allen wässerigen und feuchten Milieus vorkommen. Sie vermehren sich besonders gut in Wassersystemen, in denen das Wasser nicht konstant erneuert wird (stehendes Wasser) und sich die Temperatur zwischen 25 °C und 45 °C bewegt. Besonders anfällig sind: Wasserleitungen, Hähne und Duschköpfe, Whirlpools und lüftungstechnische Anlagen (u.a. Luftbefeuchter).

Die Gefahr einer Erkrankung besteht durch das Einatmen von kleinsten Wassertropfen, sogenannten Aerosolen. Dadurch gelangen die Bakterien in die Atemwege und können eine Lungenentzündung verursachen. Die Infektionen sind häufiger und/oder verlaufen schwerer bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem. Daher erkranken geschwächte Personen in Spitälern, Kranken- und Behindertenheimen sowie ältere Menschen am ehesten an Legionellen. 

Symptome bei Legionelleninfektion

Die ersten Symptome einer Legionellose zeigen sich 2 bis 10 Tage nach der Ansteckung mit Fieber, Husten, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Appetitverlust. Die Krankheit kann als leichte bis schwere Lungenentzündung verlaufen, die tödlich enden kann. Im Durchschnitt sterben trotz Antibiotika-Behandlung 5 bis 10 % der Erkrankten. Legionellose-Fälle werden weltweit diagnostiziert. 

Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), zum Thema Legionellose:

Herr Exadaktylos, kann mit Legionellen belastetes Trinkwasser ohne jegliche Gefahr getrunken werden?

Die Infektion erfolgt durch Einatmen von zerstäubtem Wasser. Sie befallen dabei die Lungenbläschen und rufen eine Lungenentzündung ähnliche Erkrankung hervor. Im Magen machen diese in der Regel nichts. Die Legionellen überleben Wassertemperaturen nicht, die länger über 60 °C oder kurzzeitig über 70 °C liegen.  

Haben Sie auf Ihrer Notfallstation oft mit Legionellose-Fällen zu kämpfen und wie behandeln Sie diese?

Es ist eine eher seltene Erkrankung. Allerdings ist es in der Schweiz in den letzten Jahren und Monaten zu einer Häufung von Legionellen-Erkrankungen gekommen. Im Ausland sind diese Erreger weiter verbreitet. Eine Legionellose muss unbedingt antibiotisch behandelt werden, da die Erkrankung lebensbedrohlich sein kann.  

Sind Kinder öfters betroffen als Erwachsene?

Interessanterweise erkranken Kinder fast nie. 

Unter welchen Umständen kann eine Infektion gefährlich werden?

Der Erreger ist insbesondere für ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem gefährlich. Aber auch gesunde Personen können unter Umständen befallen werden. Deshalb ist es wichtig, umgehend zum Arzt zu gehen, wenn man sich über längere Zeit krank fühlt. 

Ist Legionellose übertragbar?

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt. 


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert. 

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