Wenn die Hitze Ihnen den Schlaf raubt

Wie schädlich ist Sommerhitze im Schlafzimmer und was kann man dagegen tun?


Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern), zum Thema Sommerhitze im Schlafzimmer. 

Herr Exadaktylos, während der Hitzeperiode kommen viele Menschen nicht zu ihrem Schlaf. Was bedeutet das für die Gesundheit?
Das ist ein grosser Stress für unseren Körper. Während sich unser Gehirn in der Nacht erholen und sortieren sollte, sind andere Organsysteme weiterhin damit beschäftigt, alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten und auf den nächsten Tag vorzubereiten. Dafür gibt es einen Tag-Nacht-Zyklus und einen Schlafrhythmus. Diese sind angepasst an die Tageszeit, das Licht und an Temperaturunterschiede. Bleibt es zu warm, so ist es dem Körper zunehmend nicht möglich, sich umzustellen und zu erholen, da er zusätzlich mit Kühlaufgaben (dem Schwitzen) beschäftigt ist. Dies ist anstrengend. Auf die Dauer kann das genauso unsere Gesundheit und Psyche angreifen wie die Hitzetage.

Wie macht sich anhaltender Schlafmangel bemerkbar?
Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit und vieles mehr. Dies ist aber in der Regel nicht weiter schlimm, ausser man geht Tätigkeiten nach, welche absolute Aufmerksamkeit erfordern. Unser Körper stellt sich in den Sommermonaten aufgrund veränderter Lichtverhältnisse sowieso auf weniger Schlaf ein. Durch unsere Hormone Melatonin (Schlaf) und Serotonin (Wach) steuert er dabei die Schlaf-Wachzyklen. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Herz-Kreislaufproblemen kann sich ein Schlafmangel jedoch auch durch eine Veränderung des Blutdrucks, des Herzrhythmus und so weiter ausdrücken. Deshalb ist es vor allem für diese Patientengruppe sehr wichtig, auf einen erholsamen Schlaf zu achten.

Ist erholsamer Schlaf während der Sommerhitze überhaupt möglich?
Ja, das ist möglich – indem man sich genauso gut darauf vorbereitet wie auf einen heissen Sommertag.

Was raten Sie gegen schlaflose Sommernächte?
Auf keinen Fall versuchen, ohne ärztlichen Rat mit Schlafmedikamenten nachzuhelfen. Am wichtigsten ist es, eine möglichst gute Raumtemperatur und ein gutes Bettklima zu schaffen. Weiterhin sollte man durch eine möglichst leichte und ausgewogene sommerliche Ernährung sowie ausreichend Flüssigkeitszufuhr den Körper und Kreislauf entlasten. Alkohol und fettreiche Nahrung führen nur dazu, dass der Körper all dies erst einmal wieder verbrennen muss. Dies führt buchstäblich zu einer weiteren Erwärmung unseres Körpers.



Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital Bern

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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