So schützen Sie sich vor Malaria

Es ist wichtig, sich vor einer Reise in ein Malariagebiet zu informieren, um das Risiko einer Infektion zu verringern.


Malaria ist eine potenziell tödliche, durch Moskitos übertragene Tropenkrankheit. Malaria macht sich mit über 38 °C Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen und gelegentlich mit Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass mehr als 210 Millionen Menschen betroffen sind und jedes Jahr etwa 435'000 an den Folgen eines Malariaanfalls sterben. 

Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Inselspital Bern), zum Thema Malaria. Malaria ist eine potenziell tödliche, durch Moskitos übertragene Tropenkrankheit.

Herr Exadaktylos, sind Sie oft mit Patienten mit Tropenkrankheiten wie zum Beispiel Malaria konfrontiert?
Was die meisten nicht wissen, Malaria ist weltweit und vor allem in armen und warmen Ländern eine der schlimmsten Infektionskrankheiten überhaupt. Und dies, obwohl Malaria relativ einfach zu diagnostizieren, mit wenig Aufwand zu vermeiden und nicht so schwierig zu behandeln wäre. Bei uns im Notfallzentrum in Bern behandeln wir zusammen mit der Klinik für Infektionskrankheiten regelmässig Ferien- und Tropenrückkehrer mit Verdacht auf Malaria. Wir untersuchen dabei zuerst, ob es sich um eine der weniger gefährlichen Formen oder um die potentiell tödliche Malariaform (Plasmodium falciparum) handelt.

Bei welchen Symptomen sollte man einen Arzt aufsuchen?
Malaria ist keine Erkrankung, welche sich spektakulär mit Eiterbeulen oder Pusteln zeigt. Sie tarnt sich zuerst geschickt als eine Sommergrippe mit Symptomen wie unter anderem Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen. Da die ersten Symptome erst zirka 10 Tage nach dem Stich oder auch sehr viel später auftreten können (sogar Jahre), kommt es immer wieder vor, dass Ferienrückkehrer gar nicht daran denken, dass sie sich infiziert haben könnten. Weiterhin wechseln sich Fieber mit fieberfreien Intervallen ab, sodass die Krankheit unterschätzt wird. War man in Malariagebieten unterwegs, sollte man bei Fieberepisoden, welche länger als bei einer normalen Erkältung anhalten, rasch den Hausarzt oder eine Notfallstation aufsuchen, da eine verschleppte Malaria sehr viele Komplikationen nach sich ziehen kann.

Wie wird Malaria behandelt und wie schützt man sich?
Seit vielen Jahrhunderten wird die sehr bittere Chinarinde und das daraus gewonnene Chinin zur Therapie der Malaria verwendet. Die Engländer mischten das sehr bittere, aber stark Chinin haltige Tonic Water mit Gin und erfanden so den Gin Tonic. Gegen Malaria existiert noch immer keine Impfung. Bei Reisen in von Malaria betroffene Gebiete sind je nach Destination präventive Medikamente (medikamentöse Prophylaxe) einzunehmen oder Medikamente für die Selbstbehandlung im Notfall mitzuführen. Weiter ist immer wichtig, sich gegen Mückenstiche zu schützen: Schlafen unter einem imprägnierten Moskitonetz, Tragen von langärmliger, eher heller Kleidung und von Socken sowie Anwendung von Mückenspray.

Kann es Komplikationen geben oder gar tödlich enden?
Wird die Malaria nicht behandelt, kann sich diese rasch zu einer schweren Erkrankung entwickeln. Ist die Erkrankung fortgeschritten, kann eine Behandlung auf der Intensivstation nötig werden. Eine Infektion mit Plasmodium falciparum führt zur gefährlichsten Malariaform. Die Erkrankten leiden unter anderem an Veränderungen des Blutes, an schweren Magen-Darm-Problemen oder auch an neurologischen Komplikationen, bis hin zu Bewusstseinsstörungen, Krämpfen und Koma. Schliesslich kann es sogar zu einem Organversagen kommen. Bei Schwangeren, Kindern, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem ist es deshalb noch viel wichtiger, schnell zum Arzt zu gehen.

Steigende Temperaturen lassen exotische Mückenarten in die Schweiz kommen, die Überträger von tropischen Krankheiten sein können. Müssen wir uns in der Schweiz bald vor Krankheiten wie Malaria fürchten?
Leider gibt die Pharmaindustrie weltweit doppelt so viele Forschungsmittel im Kampf gegen Haarausfall aus wie gegen Malaria. Malaria ist nach wie vor eine Erkrankung der Armen. Auch wenn wir es in Europa mit immer mehr Malariafällen zu tun haben, so haben wir doch immerhin alle Möglichkeiten, diese Erkrankungen zu behandeln. Am wichtigsten ist jedoch die Vorbeugung und die Sensibilisierung.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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