Pseudokrupp: Bewahren Sie Ruhe

Eltern, die bei ihrem Kind einen Pseudokrupp-Anfall mit Atemnot erleben, geraten oft in Panik. Was der Notfallarzt rät.


Was ist Pseudokrupp?

Pseudokrupp, kurz Krupp oder auch Krupphusten genannt, ist eine Erkrankung der oberen Atemwege im Bereich der Stimmbänder unterhalb des Kehlkopfes, meist ausgelöst durch einen Virusinfekt, der bei Kindern zwischen sechs Monaten und drei Jahren (manchmal auch bis zu zehn Jahren) auftreten kann.

Symptome eines Pseudokrupp-Anfalls

Einem Krupp-Anfall geht oft eine einfache Erkältung mit Husten und Schnupfen voraus. Wenn es dann zu einem Anfall kommt, passiert dies in der Regel sehr plötzlich, ohne warnende Vorzeichen und meist in der Nacht. Das Kind wird anfallsartig von heftigem, bellendem Husten geplagt, seine Stimme ist heiser, das Einatmen deutlich erschwert. Das Atemgeräusch hört sich rasselnd, fauchend oder pfeifend an. Wie bei einem Asthmaanfall, ist vor allem das Ausatmen aufgrund der verengten Bronchien erschwert.

Das Kind hat Atemnot bis hin zu Erstickungsängsten und ist deshalb sehr unruhig. Diese Unruhe steigert noch die sowieso schon reduzierte Sauerstoffaufnahme. Bedingt durch den Sauerstoffmangel können sich Lippen und Fingernägel blau färben und eine allgemeine Blässe auftreten. Da Krupphusten durch Viren bedingt ist, helfen Antibiotika nicht. Der Husten dauert etwa zwei bis vier Tage.

Die Therapie

«Die wichtigste Therapie in der Akutphase ist tatsächlich das Beruhigen und die vor allem mütterliche Wärme und Nähe», sagt Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum (Inselspital Bern). «Auf keinen Fall Panik aufkommen lassen, die Pseudokrupp-Anfälle sind sehr selten lebensbedrohlich. Luftverschmutzung und Zigarettenrauch begünstigen aber die Erkrankung. Auch das ist schon ein weiterer Grund nicht in der Gegenwart von Kleinkindern zu rauchen.»

Dies sollten Sie bei einem Anfall beachten:

  • Bei einem Anfall, welcher den Eltern sehr viel Angst machen kann, nehmen sie sofort Kontakt mit einem Arzt oder dem Rettungsdienst auf
  • Nehmen Sie ihr Kind in den Arm, beruhigen und wiegen Sie es
  • Gehen Sie mit ihm an gut gelüftete Orte in der Wohnung
  • Lassen Sie das Kind keine trockene-staubige Luft einatmen (Heizung abstellen)
  • Feuchtkühle Luft ist besser, sie lässt die Schleimhäute abschwellen
  • Das Kind sollte zwischen den Hustenanfällen trinken (schlückchenweise Wasser in Zimmertemperatur)
  • Lagern Sie das Kind mit leicht erhöhtem Oberkörper
  • Falls vorhanden, geben Sie die vom Arzt verordneten Medikamente

Auch wenn nach einem «kleineren Anfall» kein Arztbesuch nötig wurde, sollten Sie am nächsten Tag trotzdem Ihren Kinderarzt informieren oder aufsuchen. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um das erste Mal handelt.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

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