Hepatitis-A-Virus

Eine Risikokarte für Ihre Ferien und was der Chefarzt rät.


Bei der Hepatitis A handelt es sich um eine hochansteckende Leberentzündung. Das Virus kommt meist in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen vor. Deshalb spricht man auch von der Reisehepatitis.

Risikokarte für Reisen in Länder mit erhöhtem Hepatitis A-Vorkommen

 
 

Herr Exadaktylos, stimmt es, dass man sich bereits durch den Genuss einer Glace mit Hepatitis A infizieren kann?
Theoretisch ja. Hepatitis A kann sowohl durch engen Personenkontakt als auch durch verunreinigtes Trinkwasser, Säfte, Eiscremes oder ungenügend gegarte Nahrungsmittel übertragen werden. Aber auch nicht gut gewaschenes oder gegartes Gemüse, Obst oder Meeresfrüchte können als Infektionsquelle dienen. Hepatitis-A-Viren sind sehr widerstandsfähige Viren und können sehr lange überleben.

Was sind Symptome und Auswirkungen?
Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: es sind in der Regel keine chronischen Schäden zu erwarten. Die schlechte: es ist mühsam. Zum Ausbruch der Reisegelbsucht kommt es nach 2 bis 6 Wochen und man ist zirka 2 Wochen «krank». Je nach Alter, bei Kindern gibt es kaum Symptome, und Vorschädigung der Leber, z.B. durch Alkohol, andere Infektionen, Medikamente etc., kann eine solche Infektion von milde bis sehr unangenehm verlaufen. In der Regel sind Übelkeit, Bauchschmerzen, Fieber und Appetitverlust Zeichen einer Infektion. Aber Achtung, nicht jeder bekommt «gelbe Augen» oder Hautfarbe. Das ist bei der Hepatitis A selten.

Wann sollte man zum Arzt?
Am besten vorher, da es eine Hepatitis-A-Impfung gibt. Wenn man aber länger als normal Bauchschmerzen hat, dann sollte man zum Arzt gehen. Dieser kann mit einem Bluttest die Viren nachweisen. Dies hilft, da man ja selber während eines bestimmten Zeitfensters ansteckend ist und dadurch z.B. Familienmitglieder geschützt werden können.

Wie wird Hepatitis A behandelt?
In der Regel gibt es keine direkte Therapie, sondern es wird versucht, symptomatisch (Fieber, Übelkeit, etc.) zu behandeln und es wird darauf geachtet, dass die Leber nicht zusätzlich (z.B. bestimmte Medikamente, Ernährung) belastet wird. Bei Kindern muss fast nie etwas unternommen werden.

Wie kann eine Infektion verhindert werden?
Wie schon gesagt, es gibt eine Impfung. Ansonsten sind Hand- und Lebensmittelhygiene die besten Methoden eine Infektion zu verhindern. Aber noch eine gute Nachricht zum Schluss: Hepatitis-A-Infektionen verlaufen nach dem «einmal und nie wieder Prinzip». Nach einer Infektion ist man ein Leben lang immun, aber wie es so schön heisst: Im Leben muss man nicht alles «gehabt» haben.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Aristomenis Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor Universitäres Notfallzentrum Inselspital (Universitätsspital Bern), realisiert.

www.insel.ch

Share Funktionen:
durckenE-MailFacebookTwitter

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.