Fremdkörper im Auge: Das rät der Experte

Es gibt viele Situationen, in denen man leicht etwas ins Auge bekommen kann.


Ob beim Biken, Gärtnern oder Spielen am Strand: Es gibt viele Situationen, in denen man leicht etwas ins Auge bekommen kann. Wenn ein Fremdkörper hineingelangt, kann dieser die Hornhaut des Auges verletzen. 

Prof. Dr. Dr. Sebastian Wolf, Direktor der Universitätsklinik für Augenheilkunde (Inselspital Bern), sagt, wie Sie im Ernstfall reagieren sollen.

Herr Wolf, welche Fremdkörper gelangen am häufigsten in das menschliche Augen?
Die allermeisten Fremdkörper, die «in» das Auge gelangen, sind oberflächliche Fremdkörper auf der Augenoberfläche. Diese sind oft sehr lästig, aber meist harmlos. Wenn ein Fremdkörper in das Augeninnere gelangt, handelt es sich in der Regel um eine sehr schwere Augenverletzung, die glücklicherweise nur äusserst selten vorkommt. In der Freizeit sind die häufigsten Fremdkörper, die auf die Augenoberfläche gelangen, kleine Staub- und Sandkörner. Es können allerdings auch – gerade beim Biken – kleine Insekten als Fremdkörper auf die Augenoberfläche gelangen. Eine Brille ist ein sehr guter Schutz gegen die meisten Fremdkörper.

Welchen Teil des Auges betreffen die Fremdkörper?
Die meisten Fremdkörper befinden sich auf der Augenoberfläche, meist auf der Bindehaut, seltener auf der Hornhaut.

Welche Beschwerden treten auf?
Oberflächliche Fremdkörper führen zu einer Reizung des Auges. Symptome sind Fremdkörpergefühl, Schmerzen, vermehrter Tränenfluss und ein rotes Auge.

Wie sollte man reagieren, wenn ein Splitter aus Holz, Glas oder Metall ins Auge gelangt?
Grundsätzlich sollten alle Fremdkörper schnell entfernt werden. Besonders bei Holz, Glas oder Metall können die Fremdkörper die Bindehaut oder Hornhaut oberflächlich verletzen und fest auf der Oberfläche haften. In diesen Fällen sollte ein Augenarzt den Fremdkörper entfernen.

Wie entfernt der Augenarzt den Fremdkörper?
Oberflächliche Fremdkörper werden vom Augenarzt an der Spaltlampe – einem speziellem Mikroskop für die Untersuchung des Auges – entfernt. Hierzu wird meist die Augenoberfläche betäubt und der Fremdkörper mit einer Pinzette entfernt. Bei Fremdkörpern aus Metall, die schon länger auf der Augenoberfläche haften, kann ein Rosthof (Metallablagerung im Auge) entstehen, der mit einem speziellen Bohrer ausgebohrt wird.

Kann man aufgrund eines solchen Vorfalls erblinden?
In der Regel sind oberflächliche Fremdkörper harmlos. Falls ein Fremdköper längere Zeit auf der Augenoberfläche verbleibt, kann es zu einer Narbenbildung kommen, welche im ungünstigen Fall die Sehkraft verschlechtern kann. Fremdkörper, die in das Augeninnere eindringen, können je nach Grösse und Energie innere Strukturen des Auges schwer verletzen. Ein Fremdkörper, der in das Augeninnere gelangt, muss immer operativ entfernt werden und die Prognose dieser Verletzungen ist sehr ernst. Erblindungen bei intraokularen Fremdkörpern treten bei bis zu 10 % der Fälle auf.


Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren: mdtcsch

Inselspital

Dieser Beitrag wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Sebastian Wolf, Direktor der Universitätsklinik für Augenheilkunde (Inselspital Bern).

www.insel.ch

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