Seekrankheit – so beugen Sie vor

Wer auf einem schaukelnden Schiff von der Reisekrankheit geplagt wird, weiss wie elend einem zumute ist. Schutz bieten Tricks oder Medikamente.


Was wir sehen passt nicht zu dem, was wir fühlen

Bei der Seekrankheit handelt es sich um eine sogenannte Kinetose – eine Bewegungskrankheit. Diese kann Menschen in Bussen, Autos, Flugzeugen oder eben auf Schiffen befallen.

Eine Seekrankheit entsteht aufgrund eines sogenannten Sensory Mismatches: Was ein Passagier in der Kabine sieht – nämlich einen starren Raum, passt nicht zu dem, was er fühlt – die Bewegungen der Wellen. Die Stellungsrezeptoren der Muskulatur und Gelenke und insbesondere das Gleichgewichtsorgan senden nicht die Signale, welche durch den optischen Eindruck erwartet werden. In der Folge ist unser Gehirn verwirrt und der Körper reagiert zuerst mit Unwohlsein. Aufstossen, Druckgefühl, Blässe sowie Müdigkeit sind die typischen Symptome für die erste Phase der Seekrankheit. Schliesslich folgt die Übelkeit.

Scopolamin und Antihistamin

Der Körper steht also durch die unstimmigen Eindrücke unter Stress und schüttet dabei Stresshormone aus. Eines davon ist Histamin. Zuviel davon erzeugt die bekannten Symptome Übelkeit und Erbrechen. Daher sind viele der gegen die Seekrankheit verschriebenen Medikamente Antihistamine – häufig in der Form von Tabletten oder Kaugummis. In schlimmeren Fällen wird zur Spritze gegriffen. Ebenfalls beliebt sind Medikamente mit dem Wirkstoff Scopolamin, es wirkt leicht beruhigend und hemmt den Brechreiz.

Frei von möglichen Nebenwirkungen sind beide Medikamentengruppen allerdings nicht. Antihistamine können müde machen und Scopolamin kann sogar Halluzinationen verursachen. Obwohl ein Grossteil der Medikamente gegen Seekrankheit nicht rezeptpflichtig sind, sollten diese dennoch nicht unbedarft eingenommen werden.

Alternative Tricks

Um die Reise ohne Medikamente und ohne Seekrankheit geniessen zu können, gibt es auch ein paar alternative Tricks. Allen voran gilt es den Horizont zu fixieren. Bietet sich diese Möglichkeit nicht, weil sich beispielsweise die Kabine im Schiffsinneren befindet, kann auf eine spezielle Brille mit künstlichem Horizont zurückgegriffen werden. Diese enthält zwischen Doppelglas Flüssigkeit, welche die Schräge abbilden kann, in welcher sich das Schiff tatsächlich befindet. Des Weiteren helfen auch diverse Entspannungstechniken die Übelkeit zu lindern. Wer etwas schläft, lässt den Stressspiegel im Körper sinken und die störenden Sinneseindrücke werden weniger registriert.

Kontraproduktiv auf die Seekrankheit wirken sich Lesen, schlechte Gerüche, Müdigkeit und Schlafentzug aus. Auch auf Alkohol oder histaminhaltige Nahrung wie Thunfisch oder Salami sollte verzichtet werden. Wenn alles nichts hilft, dann tröstet einen immerhin die Gewissheit, dass sich der Körper nach zwei bis drei Tagen an die neuen Umstände gewöhnt und die Seekrankheit dann in der Regel aufhört.

Share Funktionen:

Das könnte Sie auch interessieren

Angebote des TCS

Newsletter
Social Media
Touring Magazin
Neue Produkte & Jubiläen
 
Bitte haben Sie einen Moment Geduld
Wir optimieren gerade unsere Website, und es kann zu längeren Ladezeiten kommen.