Medizinische Anwendung von Cannabis

In der Schweiz kann ein Arzt oder eine Ärztin cannabishaltige Arzneimittel verschreiben.


Cannabis ist in der Schweiz als verbotenes Betäubungsmittel eingestuft. Die Verschreibung zu medizinischen Zwecken von nicht zugelassenen Arzneimitteln auf Cannabisbasis ist unter gewissen Umständen erlaubt.

Unter Cannabisarzneimittel versteht man die Gesamtheit der verwendeten Cannabisprodukte inklusive Blüten, unabhängig von der rechtlichen Einstufung. In der Schweiz kann ein Arzt oder eine Ärztin cannabishaltige Arzneimittel verschreiben (z.B. sogenannte «Magistralrezepturen», also Heilmittel, welche auf ärztliches Rezept hin durch eine Apotheke hergestellt werden).

Cannabisarzneimittel finden in der medizinischen Praxis vorwiegend Verwendung:

  • bei chronischen Schmerzzuständen, zum Beispiel bei neuropathischen oder durch Krebs verursachten Schmerzen
  • bei Spastik und Krämpfen, die durch Multiple Sklerose oder andere neurologische Krankheiten ausgelöst werden
  • bei Übelkeit und Appetitverlust im Falle einer Chemotherapie
Das Interesse an Cannabisarzneimitteln ist aufgrund der breiten Einsatzmöglichkeiten und zahlreicher Berichte über erfolgreiche Behandlungen in den letzten Jahren stark gestiegen.

Wirksamkeit ungenügend belegt
Die Erforschung der Wirksamkeit der medizinischen Anwendung von Cannabisarzneimitteln steckt noch in den Anfängen. Die Wirkung ist wissenschaftlich noch ungenügend belegt. Zu vielen Anwendungen gibt es Erfahrungsberichte, aber keine klinischen Studien, welche die Qualität, die Sicherheit und die Wirksamkeit belegen. Dieser Nachweis ist eine Voraussetzung dafür, dass ein Cannabisarzneimittel von Swissmedic zugelassen und von den Krankenversicherern vergütet werden kann.

Aktuell ist Sativex® das einzige Cannabisarzneimittel, das in der Schweiz heilmittelrechtlich zugelassen ist. Es kann ohne Ausnahmebewilligung des BAG von Ärzten und Ärztinnen verschrieben werden, jedoch nur im Falle von Spastik bei Multipler Sklerose.

Verwenden Sie diese Informationen nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Fragen Sie bei gesundheitlichen Beschwerden Ihren Arzt oder Apotheker. Surfen im Internet ersetzt den Arztbesuch nicht.

Für Anregungen und Inputs, können Sie uns gerne per Mail kontaktieren:  mdtcsch

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