Winterpause für Wohnmobil und Wohnwagen

Wohnmobil oder Wohnwagen über Winter richtig einlagern


Camper schreiben für Camper!

Autor: Michael Sterk, TCS Camping Mitglied und begeisterter Camper. Unterwegs mit Wohnwagen und Wohnmobil und tätig als Betriebsleiter im Campinghandel.

Die Zahl der Camper die Ihre Fahrzeuge ganzjährig nutzen steigt kontinuierlich. Die einen überwintern im sonnigen Süden, die anderen nutzen ihre Fahrzeuge auch in Mittel- und Nordeuropa und gehen damit in die Skiferien, Besuchen Winter- und Weihnachtsmärkte oder machen eine Badekur bei einer schönen Therme.

Wenn man sein Fahrzeug jedoch für einen längeren Zeitraum nicht nutzt bzw. «einwintern» möchte, ist es ratsam bestimmte Dinge zu beachten. Nicht unerheblich ist dabei natürlich auch, ob das Fahrzeug im Freien oder in einer Einstell-Halle steht.

Allgemeine Vorbereitungsarbeiten

  • Das Fahrzeug vor dem Einwintern komplett mit Winterdiesel volltanken. Das verhindert die Bildung von Kondenswasser und Rost an der Tankinnenseite. 
  • Anschliessend Frostschutzmittel in die Scheibenwaschanlage geben und möglichst auch den Frostschutz des Kühlmittels kontrollieren oder beim Betanken des Fahrzeug an der Tanke prüfen lassen. 
  • Danach erhöht man den Luftdruck um ein halbes Bar, um den schleichenden Luftverlust auszugleichen und um Standplatten vorzubeugen.
  • Jetzt müssen alle Wasser- und Toilettentanks geleert werden und bei Bedarf gereinigt werden. Wichtig ist darauf zu achten, dass auch der Boiler komplett entleert ist und alle Wasserhähne geöffnet sind, sodass auch das Wasser aus den Leitungen abfliessen kann. Oftmals wird der Brauseschlauch in der Dusche vergessen – auch diesen auf den Boden legen, damit er ganz leer läuft. Bei Druckwasserpumpen ist häufig ein kleiner durchsichtiger Vorfilter montiert, auch diesen öffnen und das Wasser darin entfernen und den Filter dabei reinigen. Danach kurz die Wasserpumpe in Betrieb nehmen, um die letzten Tropfen Wasser in den Leitungen rauszupumpen. Abschliessend noch den Spülknopf am WC betätigen, damit auch dort das Wasser aus dem Magnetventil läuft und danach die Wasserpumpe abstellen.

Aussen- und Dach-Reinigung

Aussen- und Dach-Reinigung

Eine sorgfältige Aussenreinigung ist der nächste wichtige Schritt. 

Dabei muss auch das Dach sorgfältig gereinigt werden. Dieses ist in den meisten Fällen begehbar. Bei einfacheren Fahrzeugen ist es besser, sich nur im Randbereich aufzuhalten, damit sich das Dach in der Mitte nicht absenkt. 

Beim Begehen des Daches ist darauf zu achten, dass man dieses nicht durch Steinchen im Schuhprofil zerkratzt oder durch niederknien kleine Beulen in das Dach drückt. Hier kann eine einfache Hartschaumplatte aus dem Baumarkt gute Dienste leisten, welche beim Begehen die Kräfte gleichmässiger verteilt.

Fenster reinigen

Bei der Reinigung der Acrylglas-Fenster ist grosse Vorsicht geboten. Auf gar keinen Fall alkoholhaltige Reinigungsmittel verwenden, da diese das Acryl angreifen und nach kürzester Zeit kleine Risse entstehen. Entweder nur klares Wasser verwenden oder spezielle Acrylglasreiniger. Zur Entfernung kleiner Kratzer gibt es eine Acrylglaspolitur. 

Eine anschliessende Behandlung mit Wachs sorgt dafür, dass der Lack viele Jahre seinen Glanz behält. Für Kunststoff- bzw. GFK-Oberflächen gibt es spezielle Mittel, die auch matte Stellen wieder auffrischen.

Unterboden-Reinigung

Nicht zu vergessen ist eine Begutachtung des Unterboden, insbesondere wenn dieser, wie bei den meisten Wohnwagen und einfacheren Wohnmobilen, aus Holz ist. Hier muss sorgfältig geprüft werden, ob der Unterbodenschutz, welcher das Holz vor eindringender Feuchtigkeit schützt, noch an allen Stellen vorhanden ist, oder ob er stellenweise schon abblättert. Dann muss schnell gehandelt werden, denn sonst fängt das Holz in kürzester Zeit an zu faulen und das zieht eine teure Reparatur nach sich. Besonders gefährdete Stellen sind an den Übergängen der Seitenwände zum Boden. Hierfür geeignete Mittel bekommt man beim Wohnwagen-/Wohnmobil Händler oder lässt es dort ausbessern.

Gummidichtungen

Abschliessend sind die Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Klappen zu reinigen. Danach mit Türgummi-Pflegesprays oder -stiften behandeln. Vorsicht geboten ist dabei mit Silikon-haltigen Mitteln, da diese nicht immer zur Pflege zugelassen sind.

Auf dem Überwinterungsplatz

Steht das Fahrzeug dann auf seinem Überwinterungsplatz legt man den ersten Gang ein und löst die Handbremse. Bei entsprechendem Gefälle evt. die Räder mit Unterlegkeilen sichern.

Alles verschliessen

Abschliessend ist es ratsam im Innenraum ein paar Dinge zu beachten. 

Immer wieder hört man, dass sich Mäuse über den Winter im Innenraum häuslich eingerichtet habe und zum Teil erhebliche Schäden an Matratzen, Polstern und Stoffen angerichtet haben. Verschliessen sie alle Öffnungen, durch welche Mäuse in das Fahrzeuginnere gelangen können. Achten sie darauf, dass sie alle Lebensmittelvorräte aus dem Fahrzeug entfernen, denn diese ziehen Mäuse an.

Vorsicht vor der Feuchtigkeit

Feuchtigkeit im Innenraum kann zu einem grossen Problem über den Winter werden. Deshalb nach Möglichkeit alle Polster/Matratzen aus dem Fahrzeug entfernen und im trockenen Keller zu Hause einlagern. Falls dies nicht möglich ist, die Polster und Matratzen im Fahrzeug so aufrichten, dass diese von allen Seiten gut belüftet werden und diese keinen direkten Kontakt zu den Aussenwänden haben. 

Alle Klappen und Türen öffnen, sodass alles gut belüftet wird. Man kann auch eine grosse, flache Kiste auf den Boden stellen und diese mit Katzenstreu befüllen, was der Luft im Inneren, die Feuchtigkeit entzieht.

Zwischen-Kontrolle während der Winterpause

Alle 4 Wochen sollte man sein Campingfahrzeug aufsuchen und prüfen, ob alles so weit ok ist und vor allem ob nirgends Feuchtigkeitsspuren sichtbar sind, oder sogar Wasser eingedrungen ist.

Thema Frischwasser – Empfehlung des Autors

Ein Thema was seit einigen Jahren immer wieder zur Diskussion und zu unterschiedlichen Ansichten führt, ist das Thema Frischwasser. Die einen vertreten die Ansicht, dass es am besten ist alles Wasser komplett abzulassen und die Hähnen offen zu lassen, dass die Leitungen austrockenen können. Die anderen plädieren dafür, dass man alles mit Frischwasser befüllt und mit Frostschutz und zusätzlichen Chemikalien das Einfrieren und das Umkippen des Wassers verhindert. 

An dieser Seite vertritt der Autor mit über 30 Jahren Camper-Erfahrung klar die Meinung – alles Wasser raus und dafür sorgen, dass die Leitungen gut durchlüftet sind – damit gab es in 30 Jahren noch nie Probleme und im Frühjahr kann man dann mit einfachen Mitteln eine Reinigung des Frischwassersystems vornehmen.

Mit einer Plane zudecken, wenn das Fahrzeug nicht unter einem Dach überwintern kann

Kann man sein Fahrzeug nicht unter einem Dach überwintern, dann ist es empfehlenswert, die Karosserie mit einer speziellen Plane gegen die winterlichen Witterungseinflüsse zu schützen. Speziell deshalb, weil die Plane zwingend atmungsaktiv sein muss. Unbedingt abraten muss man von einer günstigen Gewebeplane aus Polyethylen vom Baumarkt. Diese sind zwar günstig und absolut wasserdicht, aber eben nicht atmungsaktiv. 

Die Luftfeuchtigkeit unter der Plane und im Fahrzeug, welche den ganzen Winter über nicht verdunsten und abfließen kann beschleunigt die Bildung von Rost oder gar Alufraß. Aber noch viel schlimmer ist, dass sich Schimmelpilz im Caravan bilden kann, was man aus gesundheitlichen Gründen zwingend vermeiden muss. 

Spezielle Caravan-Schutzhüllen aus textilem Gewebe (Vliesstoff) sind jedoch hervorragend geeignet. Mit Preisen ab rund 300 Franken erfüllen diese ihren Zweck und sind wasserabweisend und atmungsaktiv. Regen und Schnee werden sehr lang daran gehindert durch das Gewebe zu dringen und wenn doch, entweicht die Feuchtigkeit bei etwas trockenem Wetter unverzüglich wieder durch das Gewebe. 

Diese Hüllen gibt es in verschiedensten Grössen und speziellen Formen, so dass man sogar ein Alkovenfahrzeug mit seinem grossen Fahrerhausüberbau, damit perfekt abdecken kann. Wichtig ist, dass die Schutzhülle sturmfest verspannt wird, die Spannriemen über die Zeit nicht den Lack an der Karosserie wegscheuern und dass sich keine Wassersäcke bilden können, die zum Durchfeuchten führen würden. Am besten wird die Schutzhülle zu zweit überzogen und eine grosse Bockleiter ist von Vorteil.  

Sich Zeit für die Einwinterung nehmen – es lohnt sich

Wer sich für das sorgfältige Einwintern einen halben Tag Zeit nimmt, hat im Frühjahr keine Problem mit Feuchtigkeits- oder Frostschäden und kann mit den ersten warmen Sonnenstrahlen sein Fahrzeug aus dem Winterschlaf erwecken und die erste Reise ohne unerwartete Probleme antreten.

Korrektes einwintern - Camping-Insider Checkliste

Wohnmobil korrekt einwintern

Checkliste hier gratis downloaden

Hier finden Sie, was zu tun ist: 

  • Im Innenraum
  • Am Fahrzeug
  • Am Wohnwagen
  • Am Wohnmobil

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