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Wie mache ich mein Campingfahrzeug winterfest?

Ist das Campingfahrzeug für Wintercamping geeignet? So stellen Sie sicher, dass Ihr Camper wintertauglich ist.

Kurz erklärt

Bevor Sie Wintercamping machen, prüfen Sie, ob Ihr Campingfahrzeug auch wirklich winterfest ist, damit Ihre wohlverdienten Winterferien nicht durch unangenehme Überraschungen, wie zum Beispiel gefrorene Wasserleitungen, unterbrochen werden.

Hier finden Sie Tipps zu: die richtige Isolation, Heizsysteme, gefrorene Wasserleitungen vermeiden, und vieles mehr.

Die Begrifflichkeiten wintertauglich oder winterfest

Der Autor, Olivier Lucy von Campingberatung.ch, hat ein paar wichtige Tipps und Informationen, damit Ihr Winterabenteuer nicht im Desaster endet.
Wohnwagen im Schnee
Bildquelle: campingberatung.ch

Auch dieser Wohnwagen überlebt den Winter. Und die Insassen haben schön warm.

Es gibt allerdings ein paar technische Merkmale, welche für das Wintercamping entscheidend sind. Diese zeigen wir in diesem Artikel auf.

„Aber man hat uns gesagt, das Campingfahrzeug ist winterfest…“

Wintercamping

Wir hatten nun schon einige Kunden, welche wir nach dem Kauf Ihres Campingfahrzeuges kennen lernten, die dann mit eingefrorenen Wasserleitungen im Skigebiet campierten. Nach der Problembehebung kam man dann jeweils ins Gespräch und immer kam der Satz: «Der Verkäufer hat gesagt, dass dieses Campingfahrzeug winterfest sei».

Winterfest, bzw. Wintertauglich

 Die von den Herstellern verwendeten Begriffe werden in der Norm EN 1646-1 erklärt.

Möglich also, dass das Campingfahrzeug als winterfest gilt. Aber eben, Winter ist nicht gleich Winter…, die Begebenheiten können sehr unterschiedlich sein und das Campingfahrzeug an seine Grenzen bringen.

Winter ist nicht gleich Winter

Ob und wie lange Ihr Campingfahrzeug winterliche Verhältnisse und Minus-Temperaturen aushält, und Sie es drinnen trotzdem wohlig warm haben, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wo steht das Campingfahrzeug – 1000 m.ü.M. oder 1800 m.ü.M.?
  • Wieviel Schnee gibt es?
  • Wie lange liegt der Schnee?
  • Wie tief sind die Temperaturen?
  • Herrschen Minustemperaturen über mehrere Tage?
  • Wie gut ist das Campingfahrzeug isoliert?
  • Welche Leistung bringt die Heizung?

Folgende Tipps helfen Ihnen, Ihr Campingfahrzeug wirklich „winterfest“ zu machen, damit Sie die Campingferien im Schnee so richtig geniessen können:

Die Isolationswerte

Wintercamping - Wohnwagen im Schnee

Das kennen wir vom Hausbau oder von den Fenstern in der Wohnung. Dünne, oder Wände mit einfachen Isolationsmaterialien, erreichen nie den Dämmwert wie hochwertige Materialien mit komplexen Aufbauten. So ist es auch bei den Materialien für Seitenwände, Decken und Bodenkonstruktionen bei Campingfahrzeugen. Hier macht sich klar auch der Preis bemerkbar. 

Dasselbe gilt bei Fenster oder Böden. Auch einfache Physik ist hier massgebend: Rahmenfenster haben zum Beispiel einen besseren Dämmwert, da der Wind, der entlang des Campingfahrzeugs weht, die warme Luft nicht wegtragen kann. 

Oder Heizleitungen, welche durch den Fussboden nach unten raus, quer unter dem Fahrzeug durch und wieder durch den Fussboden eingeführt werden, beeinträchtigen die Heizleistung massiv. Da kann eine noch so tolle Heizung im Katalog stehen, der Wind wird einen deutlichen Prozentsatz der Heizleistung vernichten.

Ein weiteres Element sind die Dachfenster. Da Wärme bekanntlich steigt, ist die meiste warme Luft oben unter dem Dach. Wer ein Dachfenster hat, welches eine Zwangsentlüftung beinhaltet, den kann es viel Heizleistung kosten. Der Gewinner ist hier der Hersteller. Er hat es sich einfach gemacht mit den Belüftungswerten und es wird sicherlich nie zu Staufeuchte kommen. Gerade beim Raumklima trennt sich die Spreu schnell vom Weizen. 

Beim Reisemobil kommt hinzu, dass viele Hersteller teilintegrierte Fahrzeuge als Winterfahrzeuge anpreisen. Bei diesen Campingfahrzeugen ist es wichtig, dass man dem Käufer erklärt, dass die Fahrerkabine nie so gut isoliert sein kann wie der Rest des Reisemobils. Dass die Türen, die Abtrennung zum Motorraum, etc. nicht so gut isoliert sein kann. Dazu kommt, dass die Zentralheizung in den wenigsten teilintegrierten Campingfahrzeugen mit Leitungen in die Fahrerkabine gezogen werden kann. 

Dann gibt es noch die pragmatische Sichtweise. Wer ein Campingfahrzeug kauft, muss sich vorher fragen, wie oft er Wintercamping machen wird. Wer dies einmal in ein paar Jahren macht, bei dem spielen unsere Ausführungen keine grosse Rolle. Denn die Mehrkosten bei der Beschaffung stehen dann in keiner Relation vom Gas- oder Strom-Mehrverbrauch zu einem echten Wintercampingfahrzeug.

Was sind wichtige Winter-Parameter?

Ablassventil Kalt-/Warmwasser mit Schutzbügel.
Ablassventil Kalt-/Warmwasser mit Schutzbügel / Bildquelle: campingberatung.ch
  • Wasserführende Systeme sollten immer entlang der Warmluftschläuche verlegt werden, sodass diese unterwegs nicht einfrieren können. Es reichen schon 10 – 20 cm einer unbeheizten Leitung, welche selten benutzt wird, dass das Wasser einfrieren kann.
  • Alle Wasserleitungen müssen gut entleert werden können. Sind vor oder nach auf-/absteigenden Wasserleitungen Bodenventile zum Ablassen vorhanden?
  • Bei der Türe bildet sich entlang der Dichtung oft Kondenswasser. Hier ist es wichtig, dass die Tür ebenfalls einen Warmluft-Ausströmer aufweist. Sonst kann sie einfrieren und man muss mit dem Haarföhn die Tür erst auftauen, bevor man Brötchen holen kann.
  • Der Grauwassertank sollte entweder beheizt oder einen Direktabfluss aufweisen.
  • Wenn man einen Grauwassertank unter das Fahrzeug stellt, sollte es ein konisches Gefäss sein, damit der Eisklumpen darin denn auch wieder rauskommt. Bei den Wintercampings hat es immer eine entsprechende Entsorgungsmöglichkeit.
  • Heute hat man tendenziell grössere Wohnwagen und Reisemobile als früher. Hier sollte auch auf die Heizleistung geachtet werden. Wer einen günstigen Wohnwagen kauft, sollte zumindest bei der Heizleistung nicht sparen. Elektrische Heizungslüfter als Zusatzheizung sind zwar klein und fein, bei einem Kilowattpreis von CHF 70.- bis CHF 1.- wird es aber rasch teuer. Abgesehen davon sind nicht alle Campingplätze so gut abgesichert, dass es mehrere solche Strombezüger tragen kann.
  • Die Standard-Heizung muss im Verhältnis zur Raumgrösse stehen. Man kann fast bei jedem Hersteller ein Upgrade der Heizung bestellen. Auch Nachrüsten ist oft kostengünstiger als eine Zuheizung zu betreiben.
  • Kleiner Tipp: Eine elektrische Fussbodenerwärmung schafft ein besseres Raumklima. Auch wer nicht sicher ist, ob er Wintercamping machen will – diese empfiehlt sich trotzdem immer. Denn auch im Frühling oder Herbst hilft dieser kleine Zusatz sehr.
  • Wir machen selten Werbung für einzelne Produkte. Aber hier ist die Ausnahme der Regel: Wer eine Alde-Heizung wählt ist immer auf der sicheren Seite. Die wasserführende Heizung (es ist natürlich Glykol in den Heizleitungen, sonst würden diese ja einfrieren…) ist ähnlich wie zuhause mit Radiatoren oder als Fussbodenheizung verfügbar. Da diese Heizung mit tieferen Temperaturen auskommt (weniger trockene Luft und angenehmeres Raumklima bei weniger hoher Raumtemperatur) rechnet sich diese Investition relativ rasch.
  • Hinterlüftete Möbel sind zwar meist angeschrieben, aber es wird nicht überall auch so zu 100% durchgezogen. Staufeuchte ist dann das Resultat, was man nicht haben will. Also gut hinschauen bei der Besichtigung.
  • Heizleitungen, welche unter dem Fahrzeug durchgezogen werden sind schlecht. Entweder man isoliert diese noch nach oder man heizt den Boden unter dem Campingfahrzeug mit.
  • Die Frontschutzscheibe sollte von teilintegrierten Reisemobilen immer mit einer Aussenisolation versehen werden. Denn die Frontscheibe hat einen schlechten Isolationswert.

Fazit

Wer einen festen Platz hat, oder jedes zweite Jahr sein Campingfahrzeug im Winter auch nutzt, sollte unbedingt auf die Isolationswerte schauen. Hier rechnet es sich etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen. 

Wer sich einen Heizlüfter kaufen will, der auf dem Campingplatz nicht dauernd die Sicherung rausschlägt und der vernünftig leise und leistungsfähig ist, dem empfehlen wir den Primus in seiner Klasse: Heizlüfter Ecomat

Wir beraten Sie gerne- kostenlos

Sind Sie unsicher oder haben Sie noch Fragen? Wir beraten Sie gerne neutral bei der Kaufentscheidung. Auch wenn Sie bereits ein Campingfahrzeug haben, beraten wir Sie gerne individuell für Problemlösungen. Campingberatung.ch hilft gerne.

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  • Die Kontaktaufnahme erfolgt über das Kontaktformular per Mail info@campingberatung.ch oder telefonisch unter +41 32 511 11 52

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  • Die Beratungen werden in den Sprachen Deutsch und Französisch angeboten. 
  • Für die Termine und die Beratungen sind die Spezialisten von Campingberatung.ch verantwortlich.
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