





Der TCS‑Reisebarometer 2026 analysiert das Reiseverhalten der Schweizer Bevölkerung vor dem Hintergrund eines weltweiten Umfelds, das von erheblichen geopolitischen Unsicherheiten geprägt ist. Die zum zehnten Mal durchgeführte Studie beleuchtet die Entwicklung des Sicherheitsempfindens, den Einfluss des aktuellen Weltgeschehens auf Reiseentscheidungen sowie die aktuellen Trends in Bezug auf Reiseziele, Verkehrsmittel und Planungsverhalten.
Die Ergebnisse basieren auf zwei ergänzenden Befragungen. Einerseits wurde im Rahmen einer telefonischen Umfrage nach dem Random‑Digit‑Dialing‑Verfahren (RDD) eine repräsentative Stichprobe von 1'004 in der Schweiz wohnhaften Personen ab 18 Jahren befragt. Andererseits nahmen 810 Mitglieder des TCS an einer Online‑Befragung teil. Die Fehlermarge beträgt ± 3,1 % für die Bevölkerungsbefragung und ± 3,4 % für die Befragung der TCS‑Mitglieder.
Die aktuelle Weltlage ist von erheblichen geopolitischen Unsicherheiten, Kriegen und zahlreichen Konflikten geprägt, was das Reiseverhalten direkt beeinflusst. Seit Beginn der TCS‑Befragungen im Jahr 2017 hatte das Weltgeschehen noch nie einen so grossen Einfluss auf Reiseprojekte. Im Jahr 2026 geben 33 % der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten mit Informationen konfrontiert worden zu sein, die ihre Reisepläne verändert oder infrage gestellt haben. Diese betreffen hauptsächlich internationale politische Spannungen, verschärfte Einreisebedingungen in bestimmten Ländern sowie bewaffnete Konflikte, insbesondere im Nahen Osten.
Diese Situation führt jedoch nicht zu einem generellen Verzicht auf Auslandsreisen, sondern vielmehr zu einer Anpassung der Reisedestinationen. Im Jahr 2026 geben 35 % der Befragten an, aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage ein anderes Reiseland gewählt zu haben – ein bisher unerreichter Höchstwert seit Einführung des TCS‑Reisebarometers. Angesichts der Unsicherheiten treffen Reisende bewusstere Entscheidungen und bevorzugen Destinationen, die als sicherer und stabiler wahrgenommen werden.
Angesichts dieser Unsicherheiten bleiben Sicherheit und die Bedingungen vor Ort mit 89 % das wichtigste Kriterium für die Befragten.
Der Online-Zugang zu verlässlichen Reiseinformationen sowie zu Sicherheits- und Verhaltenshinweisen ist für 84 % weiterhin von zentraler Bedeutung – ebenso wie die Möglichkeit, einfach mit der Schweiz zu kommunizieren, um medizinische Auskünfte zu erhalten.
Auch Flexibilität gewinnt weiter an Bedeutung: 75 % der Befragten legen grossen Wert auf kurzfristige Buchungs- und Stornierungsmöglichkeiten.
Für sicherheitsbewusste Reisende, die auch den Versorgungsbedingungen vor Ort grosse Bedeutung beimessen, stehen vor allem Erwartungen im Vordergrund, die ein rasches Reagieren in kritischen Situationen ermöglichen:
Diese Erwartungen gehen mit einem gestiegenen Bedürfnis nach Information und Unterstützung in Echtzeit einher. Der Zugang zu verlässlichen Hilfsmitteln wird dabei als zentraler Bestandteil der Reisesicherheit wahrgenommen:
Im Jahr 2026 erreichen all diese Aspekte ein Rekordniveau in ihrer Bedeutung. Dies unterstreicht den direkten Einfluss der aktuellen weltpolitischen Lage auf das Reiseverhalten.
Die wichtigsten hemmenden Faktoren fürs Reisen sind folgende:
Insgesamt zeigen sich deutliche Unterschiede in der Wirkung der einzelnen Bedrohungen: Politische Unsicherheiten führen häufig zu kurzfristigen Anpassungen der Reisepläne, während Umwelt- und Klimabedenken kurzfristige Entscheidungen weniger stark beeinflussen.
Trotz zunehmender Unsicherheiten ist insgesamt kein Rückgang der Reisetätigkeit festzustellen. Während im Jahr 2025 noch 61 % der Befragten angaben, weniger oder gar nicht zu reisen, liegt dieser Anteil im Jahr 2026 nur noch bei 49 %. Dieser Rückgang ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Personen angeben, gleich viel zu reisen wie zuvor (38 %, +10 pp). Nachdem die Reiselust infolge der Coronavirus-Pandemie deutlich zurückgegangen war und sich bis 2023 schrittweise erholt hatte, scheint sie sich in den letzten Jahren zu stabilisieren.
Auslandsreisen nahmen nach der Coronavirus-Pandemie kontinuierlich zu und erreichten im Jahr 2025 wieder das Niveau von 2018/2019. Der leichte Rückgang der Auslandsreisen im Vergleich zu 2025 (84 %, −8 pp) dürfte mit der Vielzahl gleichzeitig auftretender Konflikte zusammenhängen und deutet eher auf eine situative Anpassung als auf eine grundlegende Trendwende hin.
Die Feststellung, dass geopolitische Unsicherheiten nicht zwingend zu einer Abnahme der Reisetätigkeit geführt haben, sondern vielmehr zu einer Verlagerung hin zu anderen Ländern, spiegelt sich auch darin wider, dass der übrige Teil Europas im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Attraktivität gewonnen hat, zulasten der USA.
Während im Jahr 2025 noch 7 % der Befragten angaben, im Vorjahr nach Nordamerika gereist zu sein, sind es im Jahr 2026 nur noch 3 %. Demgegenüber stieg der Anteil der Reisen innerhalb Europas von 20 % im Jahr 2025 auf 26 % im Jahr 2026.
Städtereisen, Aufenthalte in der Natur oder auf dem Land sowie Badeferien zählen zu den bevorzugten Reisearten der Mehrheit der Reisenden.
Während die TCS‑Mitglieder insgesamt ähnliche Präferenzen wie die Gesamtbevölkerung aufweisen, zeigen sie ein leicht stärkeres Interesse an spezifischen Reiseformen wie Abenteuerreisen und Wellness‑Aufenthalten.
Die Planungsgewohnheiten für Ferien variieren innerhalb der Bevölkerung stark. Personen, die ihre Reisen spontan planen, und jene, die sich lange im Voraus organisieren, sind insgesamt relativ ausgewogen vertreten. So beginnen 17 % der Befragten weniger als einen Monat vor der Abreise mit der Reiseplanung, während 29 % ihre Ferien rund ein bis drei Monate im Voraus organisieren.
Ein erheblicher Teil der Bevölkerung plant noch früher: 34 % bevorzugen eine Planung drei bis sechs Monate vor der Abreise, und 17 % beginnen mehr als sechs Monate im Voraus mit der Organisation ihrer Ferien. Die TCS‑Mitglieder zeigen ein ähnliches Verhalten bei der sehr langfristigen Planung (16 %), sind insgesamt jedoch weniger spontan als die Gesamtbevölkerung, wenn es um die Reiseorganisation geht.
Im Jahr 2026 zählen das eigene Auto und das Flugzeug zu den am häufigsten genutzten Verkehrsmitteln für Reisen. Beide werden jeweils von 51 % der Befragten genannt. Seit 2023 nimmt die Bedeutung des eigenen Autos schrittweise ab, sodass sich seine Beliebtheit inzwischen jener des Flugzeugs und der Bahn annähert. Letztere wird von 50 % der Befragten erwähnt.
Andere Verkehrsmittel wie Nachtzug, Bus, Mietauto, Camper oder Kreuzfahrtschiff spielen eine eher untergeordnete Rolle. Ihre Nutzung ist seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2023 insgesamt stabil geblieben.
Auch bei den TCS‑Mitgliedern hat die Attraktivität des eigenen Autos im Laufe der Jahre abgenommen. Dennoch wird es mit 62 % nach wie vor häufiger genutzt als in der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2026 wird das Flugzeug erstmals zum bevorzugten Verkehrsmittel der TCS‑Mitglieder und liegt damit erstmals vor dem eigenen Auto.
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