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Bern/Emmen, den 10. Juni 2009
Um Benzin zu sparen und einen Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten, setzen manche Automobilisten auf einen "Alternativantrieb". Der TCS hat den Markt analysiert und für potenzielle Käufer eine Übersicht der verschiedenen Angebote zusammengestellt.
TCS bietet Orientierungshilfe an
Käufern eines Fahrzeugs mit "Alternativantrieb" empfiehlt der TCS, sich umfassend über das Angebot auf dem Schweizer Markt zu informieren. Wichtiges Kaufkriterium sind der Preis, Kaufanreize in Form von Steuervergünstigungen und ein flächendeckendes Angebot des Alternativtreibstoffes. Am bekanntesten und hierzulande am weitesten verbreitet sind Hybridfahrzeuge, die automatisch vom Benzin- auf einen Elektromotor umschalten. Totyota, Honda und Lexus bieten in der Schweiz verschiedene Modellreihen an. Die Zukunft der Hybridmotoren dürfte in der Steckdose liegen, so dass der Elektromotor zukünftig extern am Stromnetz angeschlossen wird.

Gemessen am Fahrzeugbestand von zirka 4 Mio. PKWs sind Erdgasfahrzeuge mit einem Bestand von 7'200 Exemplaren ein Nischenprodukt. Ein potenzieller Käufer eines solchen Fahrzeugs stellt sich vor dem Kaufentscheid primär die Frage, ob seine Marke ein solches Fahrzeug anbietet. Falls dies der Fall ist, nimmt er eine beschränkte Modellauswahl durchaus in Kauf. Eine geringe Tankstellendichte sowie eine Reichweite von unter 400 km stellen einen weiteren Hinderungsgrund für den Kauf eines Fahrzeugs dar. Weniger Verbreitung als das Erdgas fand in der Schweiz das Flüssiggas. Dies ist auf das geringe Netz von 26 Tankstellen zurückzuführen.

Der Treibstoff "Bioethanol" hat sich in der Schweiz nicht durchsetzen können. Dies dürfte u.a. auf dessen negatives Image zurückzuführen sein, wird doch zur Produktion dieses Treibstoffes in den USA und Brasilien beispielsweise Mais, Weizen oder Zuckerrohr verwendet, womit wertvolle Nahrungsmittel "zweckentfremdet" werden. Das in der Schweiz verwendete Bioethanol wird in Schweden ausschliesslich mittels Abfallprodukten produziert. So genannte Flexible Fuel Vehicles (FFV) werden mit E85, einem Gemisch aus 15% Benzin und 85% Ethanol betrieben. Diese Fahrzeuge können jedoch auch problemlos mit Bleifrei 95 gefahren werden, so dass die Versorgungssicherheit (dichtes Tankstellennetz) gewährleistet ist.

Welche Antriebsart sich gegenüber dem konventionellen, permanent verbrauchsoptimierten Verbrennungsmotor letztlich durchsetzen wird, lässt sich nicht abschliessend beurteilen. Tatsache ist, dass der Marktanteil von "Alternativantrieben" gemessen am gesamten Fahrzeugvolumen noch verschwindend klein ist. Die schwache Nachfrage dürfte einerseits auf die geringe Modellauswahl, die mangelnde Verfügbarkeit des bevorzugten Alternativtreibstoffs (kein flächendeckendes Angebot) und andererseits auf die im Vergleich zu einem "konventionellen" Fahrzeug ins Gewicht fallenden Mehrkosten zurückzuführen sein (siehe Vergleichstabelle).

Was die Zukunft betrifft, wird sich zeigen, ob Elektromobile oder Wasserstofffahrzeuge die fossilen Treibstoffe ablösen werden. Zurzeit gibt es in der Schweiz noch keine einzige Wasserstofftankstelle. Wasserstofffahrzeuge existieren bisher nur als Prototypen und haben das Stadium der Serienproduktion nicht erreicht. Für unbestimmte Zeit werden also benzin- und dieselbetriebene Fahrzeuge unsere Strassen weiterhin bevölkern. Vermehrt werden leichtere Fahrzeuge und kleinere, sparsame Drei- oder gar Zweizylindermotoren zum Einsatz gelangen.
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