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Jeder fünfte Frontalunfall in Deutschland findet mit einer Überdeckung von weniger als 30% statt, was auch für die Schweiz etwa zutreffend dürfte. In solchen Fällen können die Kräfte des Aufpralls zu einer starken Deformation der Fahrgastzelle führen. Besonders der Beinraum wird stärker belastet, was zu Verletzungen in diesem Bereich führen kann.
Car to Car Crashtest 2009
Der TCS Car to Car Crashtest 2009 soll diese Problematik aufzeigen und auch einen Lösungsansatz bieten. Dazu wurden in einem ersten Versuch zwei identische "fünf Sterne"-Fahrzeuge (Opel Astra H) mit einer Geschwindigkeit von jeweils 56 km/h und einer Überdeckung von 23% frontal gecrasht. In einem zweiten Versuch waren die Fahrzeuge und die Bedingungen identisch, jedoch wurden in beide Fahrzeuge zusätzliche Strukturen eingebracht. Diese bewirken ein Abgleiten der beiden Karosserien voneinander, was eine starke Deformation der Fahrgastzelle verhindert.
Ergebnisse
Im ersten Versuch, ohne verstärkende Massnahmen, verfehlten sich die beiden Längsträger der Fahrzeuge wie erwartet. Im Verlauf der Deformation verhakten sich die beiden Fahrzeugräder. Diese stützten sich seitlich an der Fahrgastzelle ab und deformierten diese. Mit einer maximalen Karosserie-Verzögerung von 30 g (30-fache Erdanziehungskraft während einigen Millisekunden) ist die Belastung für die Insassen relativ hoch. Im zweiten Versuch mit den zusätzlichen Strukturen konnte die maximale Karosserie-Verzögerung mit 20 g um ein Drittel verringert werden. Die beiden Fahrzeugräder verhaken sich nicht mehr und die Fahrzeuge prallen voneinander ab. Was bleibt ist eine Restgeschwindigkeit von 43 km/h gegenüber einer Restgeschwindigkeit von 28 km/h beim ersten Versuch. Zur Vermeidung von Sekundärkollisionen, soll diese Restgeschwindigkeit abgebaut werden, indem mit der Airbagauslösung automatisch eine Notbremsung erfolgt.
Fazit
Der TCS appelliert an die Automobilkonstrukteure, sich auf geometrische Kompatibilität in Crashbereich zu einigen. Die Längsträgerstruktur sollte durch eine seitliche Struktur erweitert werden, um den Eigenschutz zu gewährleisten. Durch das Abgleiten vom Hindernis werden die maximalen Karosserieverzögerungen verringert. Eine Notbremsung muss nach der Kollision über die Airbagsensorik und ESP eingeleitet werden.
Der Partnerschutz sollte auch in der Gesetzgebung vermehrt Eingang finden. Die Einführung von ergänzenden Partnerschutz-Crashtests könnte wichtige Beurteilungs-kriterien zur Reduzierung von Unfallopfern liefern.
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