Handzeichen

Der TCS rät vom Handzeichen des Fussgängers an Fussgängerstreifen ab, da es die Verkehrssicherheit nicht verbessert. Die Fussgänger müssen jedoch klar anzeigen, dass sie die Strasse überqueren wollen.

Der TCS erhält von Zeit zu Zeit Briefe von Mitgliedern, die vorschlagen, das ursprüngliche Handzeichen am Fussgängerstreifen wieder einzuführen. Gleiches ist auch in Leserbriefen von Zeitungen feststellbar.

Stellungnahme des TCS

Ein Zurückkommen auf die ursprüngliche Handzeichen-Regelung würde die Sicherheit kaum erhöhen. Die heutigen Vorschriften verbieten das Handzeichen ja nicht. Zudem dürfen zu Fuss Gehende den Streifen nicht überraschend betreten. Die Absicht muss für die Lenkerinnen und Lenker erkennbar sein.

Argumente

Das Handzeichen ist ja nicht verboten und kann manchmal sicher eine Hilfe sein.

Es wieder einzuführen dürfte die Verkehrssicherheit aber kaum verbessern. Im Gegenteil könnte dies für die Kinder fatale Folgen haben. Die Kleinen sind damit überfordert. Es besteht die Gefahr, dass sie sich auf den ausgestreckten Arm konzentrieren und nicht in genügendem Masse auf den Verkehr achten. Ähnliches gilt für Senioren, deren Blickfeld eingeschränkt ist.

Der TCS unterstützt, was die Verkehrsinstruktoren der Polizei in den Schulen schon lange unterrichten: «Warte – luege und lose – laufe» (nie rennen). Das Kind muss vor dem Überqueren des Fussgängerstreifens warten, bis das Fahrzeug vollständig stillsteht.

Der Halt vor dem Fussgängerstreifen zeigt den Lenkerinnen und Lenker klar die Absicht zum Überqueren auf. Damit tragen die Erwachsnen nicht nur zur eigenen Sicherheit bei, sondern geben für die Kinder auch ein gutes Beispiel. Die Wiedereinführung der alten Regelung könnte die Unsicherheit in der Bevölkerung vergrössern. Nach einigen Problemen bei ihrer Einführung hat sich die Situation heute bedeutend verbessert. Die Bereitschaft der Lenkerinnen und Lenker, an den Fussgängerstreifen anzuhalten, hat sich vergrössert.

Die heutigen Vorschriften geben den zu Fuss Gehenden übrigens keinen Freipass; sie dürfen den Streifen nicht überraschend betreten und den Vortritt nicht erzwingen. Die Aufklärung darüber muss aber weitergehen.

Was sagt das Gesetz?

Vorschriften für zu Fuss Gehende

SVG Art. 49 Abs. 2

Die Fussgänger haben die Fahrbahn vorsichtig und auf dem kürzesten Weg zu überschreiten, nach Möglichkeit auf einem Fussgängerstreifen. Sie haben den Vortritt auf diesem Streifen, dürfen ihn aber nicht überraschend betreten.

VRV Art. 47

1) Die Fussgänger müssen, besonders vor und hinter haltenden Wagen, behutsam auf die Fahrbahn treten; sie haben die Strasse ungesäumt zu überschreiten. Sie müssen Fussgängerstreifen, Über- und Unterführungen benützen, wenn diese weniger als 50 m entfernt sind.

 

2) Auf Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung haben die Fussgänger den Vortritt, ausser gegenüber der Strassenbahn. Sie dürfen jedoch vom Vortrittsrecht nicht Gebrauch machen, wenn das Fahrzeug bereits so nahe ist, dass es nicht mehr rechtzeitig anhalten könnte.

 

3) Bei Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung, die durch eine Verkehrsinsel unterteilt sind, gilt jeder Teil des Überganges als selbständiger Streifen.

 

4) Bei dichtem Verkehr haben die Fussgänger auf dem Streifen rechts zu gehen und die Fahrbahn möglichst in Gruppen zu überschreiten.

Vorschriften für Lenkerinnen und Lenker

SVG Art. 33 Abs. 2

Vor Fussgängerstreifen hat der Fahrzeugführer besonders vorsichtig zu fahren und nötigenfalls anzuhalten, um den Fussgängern den Vortritt zu lassen, die sich schon auf dem Streifen befinden oder im Begriffe sind, ihn zu betreten.

VRV Art. 6 Abs. 1

Vor Fussgängerstreifen ohne Verkehrsregelung muss der Fahrzeugführer jedem Fussgänger den Vortritt gewähren, der sich bereits auf dem Streifen befindet oder davor wartet und ersichtlich die Fahrbahn überqueren will. Er muss die Geschwindigkeit rechtzeitig mässigen und nötigenfalls anhalten, damit er dieser Pflicht nachkommen kann.