EuroRAP (European Road Assessment Programme) ist ein gemeinnütziger Verein, der die Interessen der Verkehrsteilnehmer verteidigt.
Eine Erkenntnis aus der EuroRAP-Studie ist, dass die Sicherheit auf Passstrassen nicht überall gegeben ist. Um diese vor allem für Motorradfahrer zu verbessern, hat der Kanton Bern zusammen mit dem TCS ein Pilotprojekt gestartet. Das dabei definierte Massnahmenpaket wird zur Zeit umgesetzt. Eine Massnahme ist der Einbau eines vom TCS finanzierten Unterfahrschutzes in einer unübersichtlichen Kurve. Es gilt herauszufinden, wie gut sich dieses Schutzelement auf einer Passstrasse in der Praxis bewährt.
Im Jahr 2001 gegründet, zählt der Verein mittlerweile 65 Mitglieder aus 29 Ländern – Mobilitätsclubs, Behörden, Forschungsinstitute. Der TCS ist der einzige Schweizer Vertreter bei EuroRAP.
EuroRAP will den Sicherheitsstandard der Strassen bewerten und auf Grund nationaler und internationaler Vergleiche die Abschnitte mit einem besonders hohen Anteil an schweren Unfällen hervorheben (1. Etappe).
Mit Hilfe einer standardisierten Inspektion besteht der nächste Schritt darin, das Sicherheitspotenzial von Strecken zu prüfen, deren Risiko verhältnismässig hoch ist (2. Etappe).
Mit den sogenannten Risikokarten verfügt die Schweiz über eine vergleichende Studie über die Verteilung der schweren Unfälle (Unfälle mit Getöteten oder schwer Verletzten) auf Ausserortsstrassen nationaler Bedeutung. Die auf einem europäischen EuroRAP-Modell basierende Studie wurde unter der Leitung des TCS durchgeführt. Mit Hilfe der Unfallstatistiken des Bundes und der Verkehrsdaten der kantonalen Verwaltungen und des Bundesamtes für Strassen hat der TCS Karten erstellt, welche die Strassen nach dem Grad des Risikos für die Verkehrsteilnehmer einteilt.
Die Ergebnisse für den Untersuchungszeitraum von 2003 bis 2008 zeigen deutlich, dass das Sicherheitsniveau auf den Autobahnen und Autostrassen sehr gut ist: Von den 107 untersuchten Strecken birgt nur ein einziger Abschnitt ein «mittleres» Risiko, die übrigen Strassenabschnitte schneiden mit einem «geringen» oder «geringen bis mittleren» Risiko ab. Nicht weniger als 80% der Autobahnkilometer können als sehr sicher bezeichnet werden.
Von den 272 analysierten Hauptstrassen-Abschnitten werden immerhin 14 mit einem «hohen» und 23 mit einem «mittleren bis hohen» Risiko eingestuft. Die topographischen Gegebenheiten, starre Hindernisse entlang der Strasse (z. B. Bäume und Schilder) oder Gräben ohne schützende Leitplanken können die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer negativ beeinflussen. Hier müssen Massnahmen getroffen werden, um den Sicherheitsstandard mindestens auf ein mittleres Risiko zu senken.
Gestützt auf die Ergebnisse der Risikoanalyse (Risk Rate Map) von 1997 bis 2002 hat der TCS 2006 die 76 risikoreichsten Streckenabschnitte der Strassen nationaler Bedeutung mit Hilfe der RPS-Sicherheitsanalyse (Road Protection Score) genauer unter die Lupe genommen. Es waren dies die Streckenabschnitte der Risikokategorien «mittel», «mittel bis hoch» und «hoch» sowie 17 weitere Abschnitte der Kategorie «gering bis mittel», die knapp unter der Grenze zur Kategorie «mittel» standen.
Insgesamt wurden knapp 1'500 km Strasse in beiden Richtungen abgefahren und gemäss der RPS-Methode bewertet. Es waren dies vor allem Hauptstrassen, da sich die Autobahnen und Autostrassen fast ausschliesslich in den Risikokategorien «gering» und «gering bis mittel» befanden.
Der TCS freut sich über das gute Niveau des Sicherheitspotenzials der Schweizer Strasseninfrastruktur. Kein einziger der getesteten Strassenabschnitte wurde als ungenügend eingestuft. Der Club wird sich auch in Zukunft für die «Forgiving Road» stark machen; die Strasse, die Auswirkungen von kleinen Fehlern minimiert, die jedem Verkehrsteilnehmer passieren können.
Langfristig soll der vom TCS gegebene Impuls zu einer fortlaufenden Analyse und Verbesserung des Schweizer Strassennetzes führen. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn die öffentliche Hand weiterhin bereit ist, in Gestaltung, Verbesserung und Unterhalt unserer Strasseninfrastruktur zu investieren.