Werden diese Erkenntnisse konsequent umgesetzt, könnte das Verletzungsrisiko auf den Schweizer Strassen deutlich verringert werden.
Im aktuellen Vergleichstest wurden vier Kleinwagen (Fiat 500, Smart Fortwo, Renault Twingo, Kia Picanto) dem neuen Kompatibilitäts-Crashtest unterzogen. Neben der Qualität der Fahrzeugfront («Kompatibilitätsbewertung») wurden auch die Belastungen der Fahrzeuginsassen bewertet.
Bei allen getesteten Fahrzeugen wurden deutlich höhere Insassenbelastungen als beim Frontalaufprall nach Euro NCAP-Standard gemessen. In den Fußraum ragende Pedale und gegen die Knie prallende Armaturentafeln können schwere Beinverletzungen verursachen. Lebensbedrohliche Verletzungen durch hohe Brustbelastungen kann einzig der der Smart verhindern – obwohl er das kleinste und leichteste Fahrzeug im Test ist.
Die Versuche zeigen außerdem, dass die «Schutzschilder» an der Fahrzeugfront bei allen Testkandidaten verbesserungswürdig sind: Die grössten Lücken weist der Schild des Renault auf. Beim Fiat und dem Kia bleibt der Bereich vor den Vorderrädern ungeschützt und beim Smart ist der gesamte Schild zu weich. Trotz dieser Schwächen schneiden die vier Kleinwagen insgesamt befriedigend ab.
Nur eine grossflächige, optimal funktionierende Knautschzone gewährleistet bestmöglichen Insassenschutz. Um das Risiko von schweren oder lebensbedrohlichen Bein- und Brustverletzungen zu reduzieren, müssen diese Mängel ausgebessert werden.
Zudem müssen auch die Geometrie und Steifigkeit der Fahrzeugfronten und tragenden Teile besser aufeinander abgestimmt werden, so dass jedes Fahrzeug seinen Anteil der Aufprallenergie abbauen kann.
Werden diese Aspekte bei der Fahrzeugkonstruktion mit berücksichtigt, kann der Insassenschutz sowohl bei Kollisionen mit anderen Fahrzeugen als auch bei Alleinunfällen erheblich verbessert werden. Es ist davon auszugehen, dass durch diese Massnahmen das Risiko von schweren und tödlichen Verletzungen bei den PKW-Insassen um rund 7 Prozent reduziert werden kann. Auf die Unfallzahlen der Schweiz bezogen, entspräche dies etwa 9 Toten und 90 Schwerverletzten weniger pro Jahr.
Um die benötigte Zeit zur Insassenbergung nach einem Unfall reduzieren, gibt es die Rettungskarte des TCS. Sie kann helfen, Menschenleben zu retten. Der TCS empfiehlt, die modellspezifische Rettungskarte hinter der Fahrersonnenblende zu befestigen und der Hinweiskleber für die Retter an der Seitenscheibe anzubringen.
Die Informationen auf der Rettungskarte können helfen, eingeklemmte Insassen schneller zu befreien und die Rettung zu verbessern.