Emmen, den 24. Januar 2012 - Fahrerassistenzsysteme haben sich in der Mittelklasse etabliert und finden zunehmend auch in der Kompaktklasse Verbreitung. Solche Systeme verbessern zwar die aktive Sicherheit, können aber bereits bei einem kleineren Unfall hohe Kosten verursachen. Der TCS schlägt Massnahmen vor, um Schäden an diesen teuren Komponenten zu verringern.
Fahrassistenzsysteme wie Tempomaten mit automatischer Abstandsregelung (Adaptive Cruise Control, ACC) bestehen aus sensiblen und deshalb teuren Komponenten. Funktionsbedingt werden die erforderlichen Sensoren an exponierten und deshalb schadensanfälligen Stellen des Fahrzeugs angebracht: Etwa hinter dem Kühlergrill oder unter dem Stossfänger. Deshalb kann schon ein eigentlich harmloser Auffahrunfall oder ein kleiner Parkrempler relativ hohe Schadenkosten verursachen. Vor diesem Hintergrund stellt sich bei solchen Fahrassistenzsystemen die Frage, ob die vergleichsweise höheren Schadenskosten durch das verringerte Unfallrisiko kompensiert werden können.
ACC-Radarsensoren gibt es beispielsweise bei Peugeot bereits ab etwa 1000 Franken, wohingegen das gleiche Bauteil bei Audi, Volvo, Honda oder Jaguar das Doppelte oder noch mehr kostet. Weil bei einem Unfall meist auch noch andere Teile beschädigt werden, kommen so schnell relativ hohe Kosten alleine für das Material auf.
Dazu kommen die Aufwandskosten für die Vorarbeiten – wenn beispielsweise für den Wechsel eines Parksensors zuerst der Stossfänger demontiert werden muss. Die Montagepreise für einzelne Komponenten können deshalb je nach Hersteller stark variieren: Für einen ACC-Sensor beispielsweise zwischen 60 und 240 Franken, für einen Xenon-Scheinwerfer zwischen 50 und 270 Franken und für einen Parksensor zwischen 20 und 80 Franken. Jeder Bagatellunfall ist anders, aber als Faustregel gilt, dass die Reparatur durch einen zu ersetzenden ACC-Sensor etwa doppelt so teuer kommen kann.
Obwohl Fahrassistenzsysteme das Schadensgeschehen und damit den Prämienbedarf beeinflussen, sind sie für die Versicherungen zurzeit noch keine Berechnungsfaktoren. Indirekt berücksichtigt werden sie natürlich über den Fahrzeugneuwert. Ob Fahrassistenzsysteme den Versicherungsaufwand durch technische Unterstützung verringern oder durch hohe Reparaturkosten vergrössern, lässt sich noch nicht abschliessend beantworten.
Damit der Sicherheitsvorteil solcher Systeme grösser bleibt als deren Schadensaufwand empfiehlt der TCS folgende Massnahmen: