Mobil sein trotz Einschränkung

Trotz körperlicher Einschränkung sicher und einfach Auto fahren.

Insgesamt leiden in der Schweiz fast 30'000 Personen an einem Geburtsgebrechen. Rund 50'000 weitere Personen leiden krankheitshalber an Einschränkungen der Knochen und Bewegungsorgane. Im Jahr 2008 sind fast 24'000 Personen durch einen Unfall in diese missliche Lage geraten (IV-Statistik 2008, BSV). Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil nimmt jährlich 150 bis 200 Personen auf, bei denen eine Querschnittlähmung absehbar ist.

Ratgeber «Uneingeschränkt mobil»

Ratgeber «Uneingeschränkt mobil»

Mobilität hat heute einen hohen Stellenwert, so haben mehr als die Hälfte der Schweizer Haushalte mindestens ein Auto. Doch was geschieht, wenn die Mobilität durch eine temporäre (z.B. Beinbruch) oder langfristige körperliche Einschränkung nicht mehr so einfach möglich ist? Der neue TCS-Ratgeber «Uneingeschränkt mobil» nimmt sich dieser Thematik an und liefert wertvolle Informationen über das Autofahren mit Behinderung, die Umrüstmöglichkeiten von Fahrzeugen und das Reisen mit dem öffentlichen Verkehr. Der Ratgeber zeigt auch auf, welche medizinischen Mindestanforderungen erfüllt sein müssen, damit der Führerausweis nicht abgegeben werden muss.

 

Nicht nur schwere Fälle führen zu Problemen in der Mobilität

Wie eine Studie zeigt, tragen heute 52 Prozent der Bevölkerung eine Brille. Die Sehkraft der Menschen ist ein Problem, das oft unterschätzt wird. Es wird deshalb immer wichtiger, abzuklären, wie man beim Auftreten von Einschränkungen handeln muss, damit eine angemessene Mobilität gewährleistet werden kann. In diesem Ratgeber wird zwischen temporären-, altersabhängigen und Langzeit-Einschränkungen unterschieden. Verschiedene Tipps sollen den Betroffenen helfen, ihre spezielle Situation zu meistern.

Temporäre Einschränkungen

Eine temporäre Einschränkung kann eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden beinhalten. Bein- und Armbrüche, eine Grippe und sogar einfache Kopfschmerzen können kurzzeitig zu Problemen in der täglichen Mobilität führen. Jährlich verunfallen viele Menschen bei der Arbeit oder in der Freizeit und sind deshalb über eine bestimmte Dauer eingeschränkt. Trotzdem sehen Strassenverkehrsämter für vorübergehende körperliche Einschränkungen keine spezielle Fahreignungsabklärung mit entsprechenden amtlichen Bewilligungen vor.

Altersabhängige Einschränkungen

Bei älteren Menschen lässt die Seh- und Hörfähigkeit im Laufe der Jahre häufig nach. Diese Tatsache wirkt sich auch auf die Mobilität aus. Das heisst jedoch nicht, dass ältere Personen mehr Unfälle verursachen. Spitzenreiter bei den Unfällen sind junge Lenker zwischen 20 und 25 Jahren. Trotzdem ist erwiesen, dass sich die Sinnesleistung bei den meisten Menschen ab dem 30. Lebensjahr bereits vermindert. Auch der Körper wird mit steigendem Alter schwächer. Beweglichkeit, Kraft und Feinmotorik lassen nach und nicht immer ist genügend Energie und Ausdauer vorhanden, um die alltäglichen Hürden zu meistern.

Langzeit-Einschränkungen

Als Langzeit-Einschränkungen werden körperliche oder psychische Einschränkungen angesehen, die länger als sechs Monate dauern. Langzeit-Einschränkungen können von Geburt an durch eine Krankheit oder durch einen Unfall entstehen und bereiten den Menschen in der Regel grössere Probleme in der Mobilität. Meist ist bei betroffenen Personen, die vor der Einschränkung bereits einen Führerausweis besassen, der Wunsch gross, auch in Zukunft mobil zu bleiben. In vielen Fällen kann dieser Wunsch erfüllt werden. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, damit auch Menschen mit einer Langzeit-Einschränkung am Strassenverkehr teilnehmen können.

Reisen und Freizeit

Es gibt Organisationen, welche Reisen, Ausflüge und verschiedenste Freizeitaktivitäten für Menschen mit Einschränkungen anbieten. Dadurch können sich die betroffenen Personen erholen und gleichzeitig wird die aktive Integration in die Bevölkerung gefördert. Die Schweizer Paraplegiker-Vereinigung bietet ein umfassendes Angebot an Gemeinschaftserlebnissen, Abwechslung vom Alltag und Spass unter Gleichgesinnten bei der Ausübung von Hobbies und Erholung.

Mobility International Schweiz ist die gesamtschweizerische Koordinations- und Ansprechorganisation für verschiedene Projekte im Tourismus und engagiert sich für einen «Tourismus für alle». Adressen und Kontakte finden Sie im Kapitel Behindertenorganisationen.