Treibstoffangebot und -verbrauch

Bis vor wenigen Jahren beschränkte sich das Treibstoffangebot auf Benzin und Diesel.

Mit den neuen auf dem Markt erhältlichen Alternativen stellen sich zwangsläufig Fragen bezüglich Ökonomie, Ökologie, Verfügbarkeit und Marktsituation – sowohl für die Treibstoffe wie auch für die dazugehörenden Fahrzeuge.

Treibstoffverbrauch: Werksangaben vs. Praxis

Immer öfter tauchen in letzter Zeit Medienberichte auf, in denen behauptet wird, die von den Automobilherstellern veröffentlichten Treibstoffverbrauchsangaben seien nicht korrekt.

Basierend auf 315 Fahrzeugtests seit 1996 hat der TCS untersucht, inwiefern der auf der Strasse ermittelte Praxisverbrauch mit den Angaben der Hersteller übereinstimmt. Auch die Angaben der Hersteller/Importeure wurden mit Prüfstandsmessungen an der TCS-Verbrauchsprüfstelle in Emmen, der derzeit einzigen vom Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung METAS akkreditierten Verbrauchsprüfstelle, systematisch nachgemessen.

Diese Tests zeigen, dass die Automobilindustrie in den letzten zehn Jahren einen technischen Energieeffizienz-Fortschritt von rund 2 l/100 km erzielt hat. Die geringeren Verbrauchswerte zeigen sich nicht nur bei den unter Laborbedingungen erzielten Herstellerangaben, sondern auch im Praxistest. Obwohl die Differenz zwischen beiden Messwerten angewachsen ist, sind beide Werte klar tiefer als noch vor 10 Jahren. Der Durchschnittsverbrauch kann heute jährlich um etwa 2% gesenkt werden.

Moderne Autos werden immer energieeffizienter und sparsamer. Die von den Herstellern angegebenen durchschnittlichen Verbrauchswerte lassen sich jedoch nur unter Laborbedingungen erzielen. In der Praxis liegt der Verbrauch pro 100 Kilometer etwa 1 Liter über den Werksangaben.

Der praktische Mehrverbrauch ist für die Konsumenten auf den ersten Blick zwar unerfreulich, lässt sich aber durch gezielte Massnahmen steuern und reduzieren: Verbrauchswerte können durch eine sinnvoll angelegte und flüssige Verkehrsführung sowie durch eine bewusst angepasste und sparsame Fahrweise beeinflusst werden.

Benzin oder Diesel?

In den letzten Jahren ist der Anteil der neu in Verkehr gesetzten Dieselmodelle von 5% (1997) auf 37% (2012) gestiegen. Moderne Dieselmotoren haben einen höheren Wirkungsgrad als Ottomotoren. Sie bieten Fahrleistungen (Beschleunigungswert,
Elastizität und Spitzengeschwindigkeit), die mit der Benzinversion vergleichbar sind. Im Gegensatz zum Benziner sind diese Fahrleistungen dank des sehr hohen Drehmomentes schon bei Drehzahlen ab 1600 U/min abrufbar. Diese Eigenschaft kommt insbesondere der sparsamen Fahrweise Eco-Drive entgegen.

Je nach Fahrzeugmodell und Vergleichsfahrzeug verbraucht ein Modell mit Dieselmotor im Vergleich zum Benziner 20–30% weniger Treibstoff (in Liter). Die CO2-Verminderung beträgt 10–15%, da Diesel eine höhere Dichte hat und pro Liter mehr Kohlenstoff enthält als Benzin.

E10, für viele Fahrzeuge ungeeignet

Seit dem 1. Januar 2011 bieten Tankstellen in Deutschland eine neue Benzinsorte mit der Bezeichnung E10 an. In Frankreich ist der Treibstoff mit der Bezeichnung SP95-E10 bereits seit April 2009 erhältlich. Die Endung «E10» bedeutet, dass das Benzin 10% Ethanol (Alkohol) enthält.

Für viele Fahrzeuge ist ein 10% Anteil zu viel und kann zu Schäden an Benzinleitungen und Dichtungen, schlimmstenfalls auch zu Motorschäden durch Ethanolkorrosion führen. Eine Liste der PW-Modelle und Motorräder, die den neuen Treibstoff vertragen, finden Sie in der rechten Spalte unter Download.

TCS-Empfehlung

  • Bei Ferienfahrten im Ausland soll im Zweifelsfall «Super plus Bleifrei 98» getankt werden.
  • In der Schweiz können weiterhin praktisch alle benzinbetriebenen Fahrzeuge mit Bleifrei 95 gefahren werden.

Alternative Treibstoffe

Der Strassenverkehr ist zu fast 100 % vom Erdöl abhängig. Die instabilen Ölpreise und der politische Wunsch nach einer erhöhten energiewirtschaftlichen Autonomie rücken alternative Antriebskonzepte zunehmend in den Fokus des öffentlichen Interesses. Auf dem Markt verfügbar sind Erdgas, Biogas, Flüssiggas, Bioethanol, Biodiesel und Hybridfahrzeuge. Viel gesprochen und geschrieben wird auch über den Elektroantrieb, den Wasserstoff und die Brennstoffzelle. Die Treibstoffe dazu sind unterschiedlichster Art und Herkunft. Im Sinne einer regenerativen Energieform und einer Substitution von Erdöl können jedoch nur Biogas, Biodiesel, Bioethanol sowie Strom aus Wind-, Solar-, und Wasserkraft als «alternativ» bezeichnet werden.

So ist beispielsweise Erdgas wie Benzin und Diesel ein endlicher fossiler Energieträger. Flüssiggas ist nur ein Nebenprodukt bei der Erdölförderung und beim Raffinerieprozess von Benzin und Diesel. Wasserstoff ist in vielen Stoffen zwar reichlich vorhanden, er muss aber mit sehr grossem Energieaufwand zuerst aus diesen herausgelöst werden. Die Ergebnisse der TCS-Untersuchungen finden Sie in der rechten Spalte unter Download.

CO2-neutral Auto fahren

Für einen möglichst CO2-freien Betrieb von Elektrofahrzeugen muss Strom aus Solar- oder Windkraft verwendet werden.

Strom aus Wasserkraft macht zwar etwa 56% der schweizerischen Produktion aus, wird jedoch von den bereits existierenden Verbrauchern vollständig absorbiert.

Hausbesitzer können eigene Solaranlagen installieren.

Der TCS geht deshalb der Frage nach, wie viele Kilometer ein modernes Elektroauto vom Typ Citroën C-Zero mit Strom aus einer Solaranlage «ab Stange» zurück legen kann.