Falscher Treibstoff getankt?

Wer aus Versehen Benzin in den Dieseltank schüttet, muss sofort handeln, um Schäden am Motor zu vermeiden.

Über 5'000 Falschbetankungen pro Jahr

Die Patrouille TCS kann eine solche Panne dank einer speziellen Abpumpvorrichtung entweder an einem der 27 Patrouillen-Stützpunkte oder direkt vor Ort beheben.

Das Benzin-Diesel-Gemisch wird durch eine professionelle Entsorgungsfirma umweltgerecht entsorgt. Die zusätzlichen Aufwendungen und die Kosten der fachgerechten Entsorgung werden dem Hilfesuchenden in Rechnung gestellt (CHF 3.-/ Liter Benzin-Diesel-Gemisch).

Diesel schmiert – Benzin blockiert

Meist wird bei einer Falschbetankung anstelle von Diesel Benzin getankt. Das Gegenteil kann wegen der unterschiedlich grossen Zapfhahnen fast nicht passieren – höchstens mit einem neutralen Reservekanister. Wenn ein Dieselfahrzeug mit Benzin betrieben wird, konsumiert der Motor noch den Rest an Dieselkraftstoff, dann wird durch die Treibstoffpumpe das Benzin zum Aggregat gefördert. Nun hat Diesel spezielle Schmiereigenschaften, die verhindern, dass die ultrapräzisen Feinbauteile in den mit Hochdruck arbeitenden Einspritzsystemen moderner Dieselmotoren verhocken und blockieren. Doch Benzin hat die gegenteilige Eigenschaft, es wirkt reinigend und zerstört den im Dieselmotor für den Betrieb notwendigen Schmierfilm. Falls nun der Motor heftigst zu Nageln und Stocken beginnt, ist unbedingt anzuhalten und Hilfe anzufordern.

TCS-Tipps

  • Bemerkt man, dass aus Versehen der falsche Treibstoff getankt wurde, darf das Fahrzeug auf keinen Fall gestartet werden.
  • Erkennt man den Fehler wie heftiges «Nageln» erst während der Fahrt, sollte man sofort anhalten, den Motor abschalten und nicht mehr anlassen.
  • Das Benzin-Diesel-Gemisch kann teure Folgeschäden am Motor/Treibstoffsystem verursachen, was mit Umtrieben und hohen Instandsetzungskosten verbunden ist. Das Treibstoff-Gemisch ist auf jeden Fall abzupumpen und fachmännisch zu entsorgen.
  • Zwar empfehlen die Fahrzeughersteller bei Falschbetankung den sofortigen Stillstand und einen umgehenden Garagenbesuch. Doch zumindest bei älteren Fahrzeugen gibt es Entwarnung: Motoren mit indirekter Diesel-Einspritzung verzeihen die Falschbetankung mit Benzin, sofern erst wenige Liter eingefüllt wurden. Zur Sicherheit Betriebsanleitung konsultieren oder den Garagisten fragen.
  • Achtung: Das Diesel-Benzin-Gemisch ist leicht entzündbar (Explosionsgefahr!).